"Franz Stürmer"-Chor

Gründung

Am 27. Mai 1991 wurde die Gesangsgruppe des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins "Deutsche Vortragsreihe Reschitza" gegründet. Am 15. Dezember 1999 wurde ihr der Name "Franz Stürmer"-Chor verliehen.

Der „Franz Stürmer”-Chor beim 20. Geburtstag und seine Geschichte

„Auf Initiative von Yvonne Demenyi, Terezia Schulz, Gerda Chladny, Anna Stuiber und Elenore Caplea fand am 27. Mai l.J. die Gründung der Gesanggruppe des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins Deutsche Vortragsreihe Reschitza statt. Diese Gesanggruppe, bestehend zurzeit aus 20 Frauen, trachtet in Zukunft das deutsche Liedergut zu fördern, alte wie auch neue Lieder vorzutragen, in der Gemeinschaft des Vereins dazu beizutragen, engere menschliche Kontakte zu schließen.”

Das stand im „Echo der Vortragsreihe”, Jg. 2, Nr. 6 (18), Juni 1991, zu lesen und war die erste Information über die Existenz dieser neuen deutschen Kulturformation Reschitzas. Eigentlich kam die Initiative zur Gründung des Chors anlässlich einer Reise, im Mai 1991, nach Graz, Neumarkt und Böheimkirchen. Ein Teil der im „Echo der Vortragsreihe”-Beitrag erwähnten Damen haben sich der Sache ernst angenommen und so kam es, dass am 27. Mai die erste Begegnung stattgefunden hat. 20 Teilnehmerinnen waren dabei an dieser ersten Begegnung im Hause von Frau Eleonore Caplea. So war es am Anfang: Die ersten Proben wurden bei den einzelnen Mitgliedern zu Hause abgehalten. Damit wollte man den Gemeinschaftssinn fördern. Die Zahl der Mitglieder wuchs aber sehr bald, so dass es unmöglich wurde, sich bei einem davon zu begegnen. Man zog ins damalige Gebäude des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen (Moroasa-Viertel) und von dann an fanden alle Proben dort statt.

Der erste Auftritt war anlässlich der ersten Auflage der „Deutschen Literaturtage in Reschitza”, am Sonntag, dem 9. Juni 1991, also nach nicht mehr als 12 Tagen seit der ersten Probe. In der Anfangszeit probten die Damen mit Yvonne Christa Demenyi und Elisabeth Dijmărescu.

Die erste Dirigentin des Chors war Musiklehrerin Ildiko Wiesner, die das Fach Musik auch in den deutschen Abteilungen der Schulen Reschitzas unterrichtete. Sie leitete die Frauensinggruppe vom 26. Februar 1992 bis zum 15. Dezember 1993. Unter ihr erweiterte sich das Repertoire maßgeblich. Es wurden Kanons, deutsche und anderssprachige Volkslieder eingelernt. Krankheitshalber musste sie im Dezember 1993 zurücktreten.

Ihr folgte die ausgebildete Gesangslehrerin Waltraud Muntoi, die den Chor am 15. Dezember 1993 übernahm. Diese war für ihre gute Sopranstimme allgemein bekannt und verhalf dem Chor zu neuen Erfolgen. Mit ihr als Chorleiterin wurden Weihnachtskonzerte gegeben, wurden Lieder aus dem Alpenland, aus Österreich und Deutschland eingelernt. Sie starb, für viele unerwartet, am 12. Mai 1999, nach einem kurzen, schweren Leiden.

Ab dem 9. Juni 1999 bekam die Frauensinggruppe als neue Dirigentin die Musiklehrerin Adrianne Păunel. Unter ihr wurden hauptsächlich Volkslieder aus dem Banater Bergland einstudiert, Volkslieder, mit denen man im November 1999 in Zusammenarbeit mit dem „Banater Bergland”-Trio die erste CD und MC unter dem Titel „Gruß aus dem Banater Bergland” aufnahm. Die Tonträger wurden am 1. Februar 2000 anlässlich des 10-jährigen Bestehens des DFBB lanciert. 2002 wurde die zweite CD und MC unter dem Titel „Gruß aus dem Banater Bergland II“ aufgenommen. Drianne Păunel leitete den Chor bis am 4. Oktober 2003, als sie nach Temeswar übersiedelte (wo sie am 4. August 2011 nach schwerem Leiden verstarb).

Ab Oktober 2003 leitet den Chor die Musiklehrerin Elena Cozâltea. Der Leitungsrat des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza”, im Einvernehmen mit der Leitung des DFBB, hat am Mittwoch, dem 15. Dezember 1999 beschlossen, der Frauensinggruppe des Reschitzaer Kulturvereins den Namen „Franz Stürmer” zu geben. Die Frauensinggruppe bekam somit den Namen eines der bedeutendsten deutschen Chordirigenten des Banats aus dem XX. Jahrhundert. Auch in Reschitza hat Franz Stürmer als Dirigent gewirkt beim: Schülerchor, römisch-katholischen Kirchenchor, Chor der deutschen Operettengruppe, Arbeitersymphonieorchester und Kammerorchester der Lehrkräfte der hiesigen Musikschule.

Das erste Akkordeon für die Begleitung des Reschitzaer Chors war das von der Akademischen Sängerschaft „Gothia“ zu Graz bekommene Instrument, dass am 17. September 1991 der damalige Dr. Doz. Reinhold Reimann aus Graz festlich überreicht hat.

Ein wichtiger Augenblick in der Existenz des Chors war der Besuch des steirischen Landesrats a.D. Arch. Dipl.-Ing. Michael Schmid (Graz) anlässlich der festlichen Eröffnung der Kulturdekade 1997 in Reschitza, der mit dieser Gelegenheit versprach, dem Chor neue Trachtenkleider zu schenken.

Eine ganze Woche lang (30. März - 4. April 1998) arbeiteten beim DFBB-Sitz in Reschitza, auf Initiative des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“, drei Steirerinnen aus Graz: Elisabeth Thalhammer, Margareta Papp und Sylvia Tschepinko zusammen mit Mitgliedern der Frauensinggruppe an diesen neuen Kleidern. Am 9. Oktober 1998 trat der Chor zum ersten Mal in den neuen Trachten auf. Das geschah in Karansebesch, zum V. Heimattag der Banater Berglanddeutschen und der Festeröffnung der VIII. Auflage der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“. Seit dann werden diese Trachten in Ehren bei allen Auftritten getragen.

Dank des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“ zu Graz konnte man in der zweiten Hälfte von September 2002 eine Fortbildung im Chorgesang für den „Franz Stürmer“-Chor in die Wege leiten. Aus Graz kam dafür der Religionslehrer, Hobbydirigent und Mitglied des Grazer Opernchors, Mag. Friedrich Drexler. Diese Fortbildung wurde im August 2003 und im Juli 2004 wiederholt, ebenfalls mit Mag. Friedrich Drexler.

In der Zeitspane 27. Mai 1991 - 7. Juli 2011 haben sich in den „Franz Stürmer”-Chor 86 Sängerinnen eingeschrieben. Zurzeit besteht der Chor aus 27 Mitgliedern.

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Auftritte verzeichnet. Der Chor hat seinen Beitrag bei allen wichtigen Veranstaltungen des Banater Berglanddeutschtums, wie z.B. Kulturdekade, Literaturtage, Reschitzaer Deutsches Trachtenfest, Reschitzaer Deutscher Frühling, Reschitzaer Deutscher Herbst, Adventsfeiern, Festmessen, Singendes, musizierendes Wolfsberg u.s.w gebracht und hat auch bei verschiedenen Chorfestivals (Iosif Velceanu, Ioan Românu, Antoniu Sequens, Reschitzaer Deutsches Chortreffen) mitgewirkt.

Aufgetreten wurde in Rumänien in folgenden Ortschaften: Alt-Sadowa, Bakowa, Bokschan, Detta, Deutsch-Saska, Deutsch-Tschiklowa, Dognatschka, Drobeta Turnu-Severin, Ferdinandsberg, Franzdorf, Hatzfeld, Großsanktnikolaus, Großwardein, Gurahumora, Karansebesch, Klausenburg, Lugosch, Orawitza, Orschowa, Neu-Palota, Petroschen, Reschitza, Russberg, Steierdorf / Anina, Suczawa, Temeswar, Tirol und Wolfsberg. Bis Anfang Juli 2011 gab es insgesamt 301 Auftritte, in 31 Ortschaften.

In Temeswar gibt es sehr gute Beziehungen mit dem Deutschen Liederkranz und in Petroschen mit der „Petroschener Liedertafel“.

Im Ausland trat man in Ungarn (Somberek und Elek) und Österreich (Neumarkt in der Steiermark) auf.

Der „Franz Stürmer“-Chor befindet sich ab 1996 in den Evidenzen der Zentralstelle für den Deutschsprachigen Chorgesang in der Welt mit dem Sitz in Solingen (Deutschland), und seit 2002 ist er Mitglied des Steirischen Sängerbundes in Graz.

Man ist bestrebt, die Initiative, Volkslieder aus dem Bergland und Alpenland ins Repertoire aufzunehmen, weiter zu entwickeln. Der Chor bleibt auch in der Zukunft ein würdiger Träger deutscher Singkultur im Banat / Rumänien, hatte und hat aber auch gute Beziehungen zu anderen Chören oder Singgruppen der Mehrheitsbevölkerung oder zu denen anderer Minderheiten, die jährlich an vom Kultur-und Erwachsenenbildungsverein in Reschitza organisierten Chorfestival teilnehmen.

Der „Franz Stürmer“-Chor in Begleitung der Mitglieder des „Banater Bergland“-Musikensembles bei den Heimatage der Banater Deutschen, XII. Auflage, 29. Mai 2015.

Dirigenten des „Franz Stürmer“-Chors Reschitza

  1. Prof. Ildiko Wiesner: vom 26. Februar 1992 bis zum 15. Dezember 1993;
  2. Prof. Waltraud Muntoi: vom 15. Dezember 1993 bis zum 17. März 1999:
  3. Prof. Adrianne Păunel: vom 9. Juni 1999 bis zum 4. Oktober 2003;
  4. Prof. Elena Cozâltea: vom 4. Oktober 2003 bis zz.

Weitere Informationen

Mitgliederliste PDF (138 kB)

Auftritte PDF (64 kB)

Repertoir PDF (226 kB)