Die Banater Berglanddeutschen

Kurze Geschichte

Gleich nach der Eroberung des Banats durch Prinz Eugen von Savoyen kamen aus allen Teilen der Monarchie Offiziere, Handwerker, Beamte, Ärzte, Apotheker, und später auch Lehrer und Geistliche hierher.

In der Banater Ebene ergab sich die Notwendigkeit, größere Gruppen von Bauern anzusiedeln, da nach Jahrzehnte andauernden Kriegshandlungen auf Banater Boden viele Dörfer leer geblieben waren. Auch konnten hier große Morastflächen trockengelegt und zur Gründung neuer Dörfer verfügbar gemacht werden. Im Banater Bergland hingegen war die Dichte der bodenständischen Bevölkerung zufrieden stellend geblieben, weswegen hier die in der Ebene durchgeführte „Impopulation“ ausblieb.

Hier waren bis in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Gebiete auszunehmen: Das Montanistikum (Bergwerksreviere) und die Militärgrenze.

In die Bergorte (zu Beginn nur Orawitza und Bokschan, später auch um Lunkan, Saska, Moldowa, Russberg, Reschitza) kamen, ab 1722, zunächst nur die zur Wiederaufnahme, Erweiterung, Aufbau neuer Hütten und Bergwerke notwendigen Fachkräfte, danach im verstärkten Maße größere Gruppen von Facharbeitern. Zuwanderungswellen von Berg-, Hütten-, Forst- und Bauarbeitern aus anderen Teilen der Monarchie wurden in diesem Raum bis ungefähr 1870 registriert. Innerhalb der Militärgrenze ist eine einzige Aktion zu vermerken, jene zur Ansiedlung von deutschböhmischen und tschechischen Grenzbauern (1827-1828) in den Urwäldern des Semenik - und Almaschgebirges.

In der Zeitspanne bis zum Zweiten Weltkrieg haben die hier lebenden Deutschen maßgebend zum Aufbau der Wirtschaft, hauptsächlich der Schwerindustrie, beigetragen, waren aber auch kulturell und spirituell sehr aktiv (eigene Zeitschriften, Gesangvereine, Musikvereine, Sportvereine, Schulen, Kirchen, usw.).

In 1941 konnte die deutsche Wehrmacht auf Grund einer Vereinbarung mit der rumänischen Regierung rumänische Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit anwerben. Die meisten „Freiwilligen“ wurden in die „Waffen SS“ eingereiht und jene, die den Krieg überlebten, mussten nach dem Krieg die Konsequenzen ziehen. Im Januar 1945 wurden die Deutschen in Rumänien, im Alter zwischen 16 und 45 Jahren (die untere Altersgrenze von 17 Jahren für Mädchen wurde nicht beachtet), zur so genannten „Aufbauarbeit“ nach Russland (Don- und Donezbecken, Ural und Sibirien) verschleppt. Viele sind dort umgekommen und die meisten Überlebenden haben dort 5 Jahre Schwerarbeit, Hunger und Kälte durchgemacht. Anfang der 1950er Jahre wurde aus dem Grenzstreifen gegen Serbien der größte Teil der Dorfbevölkerung verschleppt und in der Bărăgan-Ebene für 6-8 Jahren dem Schicksal überlassen. Im Karasch-Severiner Komitat war der Anteil der Deutschen in diesen Verschleppungszügen geringer als in der Banater Ebene, da es außer Bresondorf, Moritzfeld und Königsgnad (Tirol) keine ausgesprochen deutsche Dörfer im Grenzstreifen gab.

In den folgenden Jahren begann die Auswanderung der Deutschen, hauptsächlich der politisch verfolgten, nach Deutschland und Österreich, anfangs durch Flucht, Familienzusammenführung, danach, insbesondere nach der Wende 1989, legal, und aus einigen Ortschaften massenweise.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte unsere Minderheit, trotz des kommunistischen Regimes, seine kulturelle Tätigkeit in der Muttersprache fortsetzen (Höhepunkt war wohl die deutsche Operettengruppe) und auch im Bereich Publizistik, Schulwesen und in anderen Bereichen aktiv bleiben. Maßgebend und Interessen vertretend für die hier gebliebene deutsche Minderheit ist das am 9. Januar 1990 gegründete Demokratische Forum der Banater Berglanddeutsche und der schon 1987 gegründete Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ (anfangs als Volksuniversität tätig), mit seiner Monatszeitschrift „Echo der Vortragsreihe“.

Ausführliche Daten und Einzelheiten sind bei den folgenden Unterpunkten „Ansiedlung“ und „Zeittafel) angegeben.