Die Ungarn

 

Bei derselben Volkszählung 2002 gab es in Rumänien 1.431.807 Ungarn (samt Szeklern und den ungarisch sprechenden Tschangos). Damit waren sie -und sind es auch heute noch- die größte Minderheit, mit 6,6 % von der Gesamtbevölkerung. In unserem Kreis belegen sie aber in der Reihe der Minderheiten nur den Platz 5, nach den Roma, Kroaten, Deutschen und Serben, mit 5824 Personen (1,7 % der hiesigen Bevölkerung). Sie haben sich auf dem jetzigen Territorium unseres Landes vor mehr als tausend Jahren angesiedelt. Heute leben sie hauptsächlich in Siebenbürgen, im Zentrum und im Nordwesten Rumäniens. Im Banat sind die meisten in den Kreisen Temesch, Arad, aber auch in Karasch-Severin ansässig. Hier besiedeln sie hauptsächlich Reschitza (3034 Personen), Bokschan (596), Ferdinandsberg (476) usw. Vorwiegend ungarische Gemeinden gibt es hier nicht, aber von den 728 ungarischen Dorfbewohnern sind die meisten in Berzovia, Moritzfeld, Vermeş und Zăvoi angesiedelt.

Auch die Zahl der Ungarn ist in unserem Kreis in den letzten Jahren systematisch zurückgegangen, von 9238 (1977) auf 7876 (1992) und bis zur heutigen, oben genannten Zahl.

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Ungarische Tanzgruppe

Eigene ungarische Schulen gibt es hier nicht. Nur in Reschitza waren in 2 Kindergartengruppen an die 20 Kinder eingeschrieben und im „Diakonovici-Tietz“ - Lyzeum gab es Parallel -Unterricht für die Klassen I-IV in ungarischer Sprache.(Schuljahr 2008/2009).Ab Schuljahr 2013/2014 gibt es keine Parallelklassen mehr im Reschitzaer Lyzeum, wegen Mangel an Pretendenten

Politisch ist diese Minderheit, wie großteils auf Landesebene, durch ihre eigene Partei (Romániai Magyar Demokrata Szövetség) - Zweigstelle Reschitza, die Resica Bánya RMDSZ (Uniunea Democrată Maghiară din România = Demokratischer Verein der Ungarn in Rumänien) vertreten, haben hier aber auch keine Abgeordneten in den administrativen Strukturen oder von hieraus gewählte Parlamentarier. Die Landesorganisation ist an der rumänischen Regierung beteiligt.

Kulturell waren sie bis vor einige Jahren durch die Volkstanzgruppe „Cziczeri Bénni“ vertreten. Heute funktioniert die Volkstanzgruppe nicht mehr. Die NGO „Platanus“, welche Ausflüge, Ausstellungen organisiert und weitere Projekte entwickelt, vertritt auch weiterhin die kulturellen Interessen der ungarischen Minderheit, besonders in Reschitza. In Reschitza funktionierte auch der ungarische „Hóvirág / Schneeglöckchen”-Chor.