Volkszählung 2011

von Dipl. - Ök. Waldemar Günter König, Reschitza

In „Die Banater Berglanddeutschen: ein Handbuch“, wie auch mit anderen Gelegenheiten (Vertreterversammlungen) habe ich geschrieben oder behauptet, dass unter den letzten fünf Volkszählungen in Rumänien, seit 1966, die von 2011, nach meiner Schätzung, die am schlechtesten organisierte und durchgeführte war (und das wohl nicht nur wegen der Wirtschaftskriese). Auch denke ich, dass das dazu eingesetzte Personal (recenzori/Zähler und ihre Chefs) nicht genügend instruiert war und wohl auch größtenteils mehr als nachlässig gearbeitet hat und dass infolgedessen zahlreiche Einwohner gar nicht befragt wurden. Darunter auch die, die beim Besuch seitens des Zählers nicht zu Hause aufgefunden wurden und jene, die zur „stabilen“ Bevölkerung gehören, also den Wohnsitz in Rumänien haben, aber zur Zeit der Zählung für weniger als 12 Monate ins Ausland oder in andere Ortschaften im Inland verreist waren. Deshalb haben sich viele Personen bei den Rathäusern gemeldet, um doch eingetragen zu werden, aber noch viel mehr Einwohner haben das unterlassen. Wohl sind auch ganze Wohnblocks und viele Einzelhäuser bei der Einteilung in Sektoren einfach ausgelassen worden. Warum? Weil der Plan der Ortschaften durch Fotos aus den Satelliten bestimmt wurde, so dass man auf den Bildern oft nichts oder nur wenig erkennen konnte. Also wie schauen dabei die Sektoren aus??? Und das, obwohl jeder administrativen Einheit (Stadt, Gemeinde) von der vorherigen Zählung einige Exemplare der damals sehr gut gemachten Landkarten übriggeblieben sind, samt Einteilung in Sektoren.

Wegen der Durchführungszeit, im Oktober, hat man diesmal auf das Mitwirken der Lehrkräfte verzichtet, nur einige Studenten wurden aus dem Milieu des Lehrwesens eingestellt. Ansonsten haben die Angestellten der Rathäuser und andere, wohl politisch gut orientierte „Kräfte“ das Zählen übernommen, um, nicht wahr, den kleinen Gehalt ein wenig abzurunden, auch ohne über die Wichtigkeit dieser Arbeit zu sinnieren.

Im Monat Mai 2011 hat in mehreren Ortschaften eines jeden Kreises eine Probe-Volkszählung stattgefunden. Wie es scheint, hat man dabei und aus den erschienenen Problemen nicht allzu viel gelernt.

Die „Alleswissenden“ Medien, viele obergescheite Politiker und andere Krakeeler haben noch vor Oktober 2011 behauptet, dass die Fragebogen viel zu viele Details beinhalten. Lächerlich! In 2002 oder 1992 waren nicht viel weniger Fragen dabei. Damals hat sich aber niemand darüber aufgeregt. Außerdem muss gesagt werden, dass wir uns in Manchem der Eurostatistik und deren Ansprüchen anpassen müssen!

Der Zankapfel war wohl die in jedem Fragebogen vorgesehene Personalnummer (CNP= codul numeric personal), dessen Eintragung unsere Intimität angeblich „verletzen“ würde. Wie dumm gedacht! In jeder Quittung für ein gekauftes elektronisches Gerät, für andere Waren, für Dienstleistungen, in den Wählerlisten u.v.m. ist diese Nummer vermerkt. Bei der elektronischen Bearbeitung der Fragebogen hat das Fehlen dieser Nummer viel Ärger bereitet. Wie dieser behoben wurde, kann man sich vorstellen!

Und nun zum Konkreten.
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