"Alexander Tietz"- Preisträger 2017

Preisträger 2017

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Ansprache zur Verleihung des „Alexander Tietz“-Preises für das Jahr 2017 an Herrn Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer
von Erwin Josef Ţigla Leiter des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Eure Exzellenzen, Mitglieder des diplomatischen Korps,geehrte Vertreter der Politik und der Verwaltung, geehrte Vertreter unseres Freundeskreises in der Steiermark und in Slowenien,im Feste verbundene Teilnehmer hier, im Herzen der Steiermark, in der Grazer Burg am heutigen Festtag der Banater Berglanddeutschen versammelt!

Die deutsche Volksgruppe im Banater Bergland, auch als äußerster steirischer Vorposten bekannt, das heißt, die von der steirischen Urheimat geographisch am weitesten entfernt lebenden Steirer, die seit fast drei Jahrhunderten in „diesem von Natur aus reichen Land“ leben, war stets bemüht, die eigene Identität, das Volks- und Volksbrauchtum zu bewahren, es den kommenden Generationen zu übermitteln, um sich eine Zukunft zu sichern. Tiefen und Höhen überwindend, Feuer und Stein besiegend, durch Fleiß und Aufopferung gekennzeichnet überlebten wir hier Jahrhunderte als treue Mitglieder unserer Gemeinschaft und des Staates, unter dessen Obhut wir uns entfalteten.

Heute finden wir als eine geschrumpfte und trotzdem kämpfende Gemeinschaft ebenso vielseitige Anerkennung wie vor Jahren, als wir noch zahlenmäßig stark waren.

Im Laufe unserer Geschichte entsprangen unserer Mitte Persönlichkeiten, die für uns standen und unsere Volksgruppe darstellten. Eine dieser Persönlichkeiten war auch Alexander Tietz. Dieser war Deutsch-, Latein- und Russischlehrer, Volkskundler und Naturliebhaber, ein von seinen Landsleuten und Schülern Geschätzter, der am 9. Januar 1898 in Reschitza geboren wurde und ebenda am 10. Juni 1978 starb, in der Hauptstadt seines vielgeliebten und gepriesenen Banater Berglands. Alexander Tietz gilt uns als die bedeutendste Kulturpersönlichkeit der Banater Berglanddeutschen im XX. Jahrhundert. Unsere Kultur- und Schulinstitutionen in Reschitza tragen seinen Namen, genauso wie die höchste Auszeichnung, welche die Banater berglanddeutsche Gemeinschaft seit 1999 jährlich zu vergeben hat.

Seit der Stiftung des „Alexander Tietz“-Preises im Jahre 1999 wurde diese Auszeichnung Persönlichkeiten im In- und Ausland verliehen, die sich um die Belange unserer Gemeinschaft maßgeblich bemüht haben.

Für das Jahr 2017 haben die Vorstände des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen und des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ beschlossen, den „Alexander Tietz“-Preis, als unsere höchste Auszeichnung, dem Landeshauptmann der Steiermark, Herrn Hermann Schützenhöfer, zu verleihen. Hiermit erkennen wir die tatkräftige Unterstützung unserer Gemeinschaft durch das Land Steiermark wie auch die persönliche durch den Herrn Landeshauptmann an und bedanken uns dafür.

Bereits vor der Wende in Rumänien, schon im Dezember 1989, waren die Steiermark und die Bevölkerung des Bundeslandes mit uns durch solidarische Unterstützung innig verbunden. Diese Brücke der menschlichen und geistigen Solidarität erlangte ihre volle Wirkung erst so recht nach dem mit Blut bezahlten politischen Umsturz Ende 1989.

In den fast 27 Jahren neuer Demokratie waren das Banater Bergland und die deutsche Volksgruppe Nutznießer zahlreicher offizieller und privater Initiativen, die zur Stabilisierung des politischen, kulturellen, geistigen und ideellen Lebens beitrugen. Zahlreiche Institutionen und Vereine der Steiermark waren und sind weiterhin stets im Banater Bergland engagiert, tragen maßgeblich dazu bei, dass es uns als deutsche Volksgruppe gut und zukunftsorientierend geht. Dafür gilt unser innigster Dank besonders allen, die hier anlässlich dieser Preisverleihung in der Grazer Burg anwesend sind: Vertreter des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“ zu Graz (die sich bereits viele Jahre vor der Wende um uns gekümmert haben und dies seither mit Volkstumspflege - Tanz, Musik, Tracht - fortsetzen), die Steiermärkische Europäische Föderalistische Bewegung (die uns Europa nähergebracht hat und uns europäisch zu denken beigebracht hat), die Steirische Vinzenzgemeinschaft (die im Banater Bergland, in Reschitza, im Jahr 1992 die erste Vinzenzgemeinschaft Rumäniens gegründet hat), das Österreichische Schwarze Kreuz - Kriegsgräberfürsorge Steiermark (die aktiv ist im Aufbau und in der Instandhaltung von Gräbern und Denkmälern des Ersten und Zweiten Weltkriegs, aber auch der Russlanddeportation der Banater Berglanddeutschen und sich unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ für den Frieden einsetzt - und das auch gerade erst jüngst wieder am 1. November mit dem Projekt „Mehr Kerzen auf unseren Friedhöfen“ durch Kerzen-Spenden der Firma „Drauch“) und nicht zuletzt die Vertreter unseres Schwestervereins in der Untersteiermark (des Kulturvereines deutschsprachiger Frauen „Brücken“ in Marburg an der Drau, mit dem wir zusammen seit Jahren gemeinsame Projekte für eine bessere Welt gestalten können, in der wir uns als Steirerinnen und Steirer frei und staatlich anerkannt entwickeln können).

Die Grazer Burg war gleich dreimal im großen Rahmen Gastgeber für Vertreter der Banater Berglanddeutschen im Laufe der vergangenen 27 Jahre: Zweimal wurden wir von Landeshauptmann Dr. Josef Krainer und einmal von Landeshauptmann Waltraud Klasnic empfangen. Aber auch sonst wurden wir hier im Zentrum der Steiermark mit kleineren Delegationen empfangen, um über unsere Belange zu sprechen und dafür Projekte nicht nur ins Auge zu fassen, sondern auch umzusetzen.

Ihnen, sehr geehrter Herr Landeshauptmann sei durch diese höchste Auszeichnung, die die Banater Berglanddeutschen jährlich zu vergeben haben, unser innigster Dank dafür ausgesprochen, dass Sie immer ein Auge und ein Ohr für unsere Anliegen offen hatten. Ihnen und dem Land Steiermark, der Urheimat eines großen Teils der heute im Banater Bergland lebenden Deutschen, der Steierinnen und Steirer, die vor fast 300 Jahren die Wahl einer neuen Heimat trafen und sie damals an der äußersten Grenze des Habsburger-Reichs gefunden haben, sei Dank und Hoffnung am heutigen Tag ausgesprochen. Dank für all das, womit wir unterstützt wurden und Hoffnung auf weiterhin laufende Anerkennung und Unterstützung! Und nicht zuletzt ein großer Wunsch: Sie sind uns jederzeit herzlichst im Banater Bergland willkommen!

Im Namen der Banater Berglanddeutschen gratuliere ich Ihnen zum „Alexander Tietz“-Preis für das Jahr 2017, wünsche Ihnen Gottes Segen und Gesundheit zum Wohle aller Steirerinnen und Steirer, wo immer sie auch auf diesem Erdball leben und wirken!

Ad multos annos!
In der Grazer Burg, am 7. November 2017

Dankworte zur Verleihung des „Alexander Tietz“-Preises für das Jahr 2017

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer freute sich sichtlich über die Auszeichnung mit dem „Alexander Tietz“-Preis 2017 und nahm den Preis dankend entgegen. In seinen Dankesworten zollte er insbesondere Obmann Erwin Josef Țigla sowie allen Vereinsmitgliedern für ihre Verdienste um die Erhaltung und Bewahrung der steirischen Kultur im Banater Bergland Respekt und bedankte sich für deren wichtige Arbeit. Den Preis widmete er allen Steirerinnen und Steirern, die die Landsleute in Rumänien unterstützen und immer ein offenes Ohr für deren Anliegen haben.

Aus vielen Gesprächen mit den damaligen Landeshauptleuten Dr. Josef Krainer und Waltraud Klasnic, wie auch mit Vertretern der Berglanddeutschen erinnerte er an das erlittene Unrecht und die Repressalien im Laufe der wechselvollen Geschichte. Dass unter diesen Umständen stets die Abstammung und deutsche Kultur betont wurde, verdient großen Respekt. Bei dieser Gelegenheit dankte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer auch den Steirerinnen und Steirern, die mit ihren Landsleuten im Banat nach wie vor in Verbindung stehen und zur Verleihung des Preises gekommen sind. Ganz besonders erinnerte er an die deutschsprachigen Steirer in Slowenien, die dazu beitragen, dass die steirische Kultur auch in diesem Gebiet bewahrt wird. Zum Ende seiner Ausführungen erinnerte Schützenhöfer daran, dass die Steiermark stets ein offenes Ohr für ihre Landsleute im Ausland und deren Anliegen hat und die steirischen Türen stets weit geöffnet sind.