"Alexander Tietz"- Preisträger 2014 - 2016

Preisträger 2016

Laudatio auf Elisabeth Thalhammer und Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek
von Erwin Josef Țigla

Seit 1999 verleihen das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ jährlich den „Alexander Tietz“-Preis als höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen an Personen, die sich auf verschiedenen Ebenen für das Banater Berglanddeutschtum besonders eingesetzt haben. Für das Jahr 2016 haben die Aufsichtsräte unseres Forums und des Kulturvereins beschlossen, diese hohe Ehrung zwei uns besonders nahestehenden Personen in Graz, Elisabeth Thalhammer und Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek, als wichtigstes Zeichen unserer Wertschätzung zukommen zu lassen.

Um die von uns heute Geehrten den Anwesenden vorzustellen, geben wir einige Daten aus ihrem Leben wieder.

Elisabeth Thalhammer, geborene Kriso, wurde am 2. Mai 1947 in Graz geboren. Nach der Absolvierung der Volks- und Hauptschule in Weiz und der Berufsschule in Stainach besuchte sie die Meisterschule in Graz, die sie als Schneidermeisterin abschloss.

Seit 1975 ist sie im Steirischen Heimatwerk aktiv. Desweiteren ist sie Mitglied im Strassganger Singkreis und seit 2001 Vorstandsmitglied des Alpenländischen Kulturverbandes „Südmark“ zu Graz. Im Jahre 2011 bekam sie vom selben Kulturverband die Goldene Ehrennadel verliehen.

Mit dem Banater Bergland kam Elisabeth Thalhammer erstmals beim Dirndlnähen für den „Franz Stürmer“-Chor in der Karwoche 1998 in Berührung. Seither ist sie fortlaufend bemüht im Banater Bergland steirische Trachtenkultur zu vermitteln und zu fördern.

Für diesen unermüdlichen, nicht hoch genug zu schätzenden Einsatz im Banater Bergland wurde ihr die Ehrenmitgliedschaft des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ am 1. März 2008 verliehen. Bereits im Jahre 1998 wurde sie mit die „Alexander Tietz“-Medaille ausgezeichnet.

Nun bekommt sie die höchste Auszeichnung, die wir als deutsche Minderheit im Banater Bergland verleihen können. Es ist nur ein kleines Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung ihres langjährigen, ersprießlichen Einsatzes für das Volkstum der Banater Berglanddeutschen.

Der zweite von uns heute Geehrte ist Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek, geboren am 18. April 1942 in Graz.

Nach dem Besuch des 4. Bundesrealgymnasiums Oeversee in Graz folgte zwischen 1960 und 1969 das Studium der Geodäsie, das er als Diplomingenieur für Vermessungswesen absolvierte. Von 1971 bis 1977 war er Assistent am Institut für mathematische und numerische Geodäsie an der Technischen Universität Graz. Im Jahre 1977 wurde ihm die Befugnis als Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen verliehen und in der Zeit von 1981 bis 2009 war er Ausbildungsleiter für Vermessungstechniker und Vermessungsfachtechniker in der Ingenieurkammer für Steiermark und Kärnten sowie Referent in verschiedensten Ausbildungslehrgängen. Seit 1995 hat er einen Lehrauftrag für Vermessungskunde an der Fachhochschule „Joanneum“ in Graz. In den Jahren 1997 bis 2014 war er Vorsitzender der Prüfungskommission zur Lehrabschlussprüfung Vermessung in der Wirtschaftskammer.

Gerhard Krajicek ist seit 1957 ausübender Volkstänzer. Bereits ab 1960 leitete er eine Reihe von Volkstanzkursen des Landesjugendreferates Steiermark. 1961 gründete er eine eigene Volkstanzgruppe in Graz. Er ist Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft „Österreichischer Volkstanz“, die ihn zweimal auszeichnete. Von 1986 bis 1992 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Volkstanz in der Steiermark. Er leitete die Tanzkreise Hitzendorf und Hart bei Graz, gründete 2002 den Verein „Tanz mit Franz“ und beschäftigt sich seit Jahren mit dem historischen Tanz von 1750 bis 1850.

Für seine umfangreiche volkskulturelle Tätigkeit wurde er 2013 mit dem Goldenen Ehrenzeichen Landes Steiermark ausgezeichnet. Mit dem Banater Bergland nahm Gerhard Krajicek erstmals als Volkstanzlehrer beim Ferienlager „Deutsch mit Spaß“ im Jahre 2000 in Rußberg Kontakt auf. Seither ist er Freund und Förderer des steirischen Volkstanzes im Banater Bergland. Mit seinem Namen sind alle Erfolge unserer Volkstanzgruppen im gesamten Banater Bergland verbunden. Er betreut seit dem Jahr 2000 bis heute alle diese Volkstanzgruppen: Reschitza, Bokschan, Steierdorf, Orawitza, Orschowa, Tirol/Königsgnad und Karansebesch. Und er sorgt bis heute für die tänzerische Gestaltung der jährlichen Jugendferienlager „Deutsch mit Spaß“. Am 17. September 2009 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereines „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ verliehen und heute bekommt er als Dank, Anerkennung und Wertschätzung für seine besondere Leistungen in der Bewahrung, Förderung und Konsolidierung des steirischen Volkstanzes im Banater Bergland die höchste Auszeichnung, die wir zu vergeben haben.

Unser „Alexander Tietz“-Preis für das Jahr 2016 soll eine wohlverdiente Anerkennung der Bestrebungen von Elisabeth Thalhammer und Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek im und für das Banater Bergland darstellen. Wir hoffen, dass dieser Preis einen Ehrenplatz in beider Herzen bekommen wird.

Wie bereits erwähnt ist der „Alexander-Tietz“-Preis die höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen - sie wird nur an Persönlichkeiten vergeben, die sich in herausragender Weise um die Volksgruppe der Banater Berglanddeutschen verdient gemacht haben. An Elisabeth Thalhammer und Dipl.-Ing. Gerhard Krajicek wird dieser Preis heute zum 21. und 22. Mal vergeben - wir gratulieren ihnen sehr herzlich dazu.

Bis jetzt wurden folgende Persönlichkeiten mit dem „Alexander Tietz“-Preis geehrt: Dr. Traute Kocmann-Lorinser aus Graz (1999), Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupşiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz (2002), Heinz Stritzl aus Klagenfurt am Wörthersee (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005), Dr. Herwig Brandstetter aus Graz (2006), Henriette Bacizan aus Steierdorf (2007), Prof. Josef Barna aus Reschitza (2008), Dipl.-Ök. Waldemar Günter König aus Reschitza (2009), die Schwestern Sr. Gertrud Petschan, Sr. Katharina Pinzhoffer, Sr. Paulis Mohr und Sr. Hiltrud Frühholz aus Tirol / Königsgnad (2010), Erwin Josef Ţigla aus Reschitza (2011), Prof. Dr. Hans Stendl aus Bukarest (2012), Dipl.-Ing. Hugo Eduard Balazs aus Stuttgart (2013), Mag. Udo Peter Puschnig aus Klagenfurt am Wörthersee (2014) und Prof. Dr. Karl Singer aus Temeswar (2015).

Preisträger 2015

Univ. Prof. Dr. Karl Singer aus Temeswar

Laudatio auf Prof. Dr. Karl Singer
von Dipl.-Ök. Waldemar Günter König

Seit 1999 verleiht das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe“ Reschitza“ jährlich den „Alexander Tietz“-Preis, als höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen, an Personen, die sich auf verschiedenen Ebenen für das Banater Berglanddeutschtum besonders eingesetzt haben. Für das Jahr 2015 haben die Aufsichtsräte unseres Forums und des Kulturvereins beschlossen, diese hohe Ehrung dem Temeswarer Prof. Dr. Karl Singer als wichtigstes Zeichen unserer Wertschätzung zukommen zu lassen. Um den von uns heute Geehrten noch besser kennen zu lernen, wiedergeben wir einige Daten aus seinem Leben:

Geboren am 5. September 1940 in Cozmeni, im jetzigen Kreis Harghita, von den deutschen Eltern Mathias und Rosalia Singer, als erster von vier Kindern, wurde er in den Akten mit dem Vornamen Karoly, also ungarisch, anstatt Karl eingetragen. So steht es auch zurzeit in seinen Akten, wir wollen ihn aber weiterhin Karl benennen.

Sieben Jahre nach seiner Geburt kehrte seine Familie ins Banat zurück und zwar nach Bakowa im jetzigen Kreis Temesch, wo er in der Zeitspanne 1947 - 1954 die Grundschule mit Unterricht in deutscher Sprache besuchte. Danach kam er an die Deutsche Pädagogische Lehranstalt aus Temeswar, die er in 1958 absolvierte. Zwischen 1958 und 1963, also fünf Jahre lang, war er Deutschlehrer an der Mittelschule von Orawitza, also können wir behaupten, dass er auch ein wenig Banater Berglanddeutscher ist. Hiermit sei erwähnt, dass er infolge auch in die von uns aufgestellte Liste der deutschen Persönlichkeiten aus dem Banater Bergland aufgenommen wurde (siehe unsere Webseite wie auch das von uns herausgegebene Buch über die Banater Berglanddeutschen).

Zwischen 1963 und 1968 studierte er an der Fakultät für Wirtschaftskybernetik der Wirtschaftsakademie in Bukarest, wonach er zwischen 1968 und 1970 als Forscher am Zentrum für Wirtschaftskybernetik Bukarest tätig war. Zwischen 1970 und 1975 studierte er an der Fakultät für Mathematik und theoretische Physik der Temeswarer Universität und erhielt in 1989 sein Doktordiplom im Bereich angewandte Mathematik mit dem Thema „Simulationsmodelle für Wirtschaftsentwicklung“. In der Zeitspanne 1970 - 1998, unterrichtete er an der Wirtschaftsfakultät der Temeswarer Universität, wo er zwei Jahre lang auch die Funktion eines Prodekans innehatte. Ab Oktober 1998 ist er Rentner.

Während seiner beruflichen Tätigkeit war er als Koautor auch an der Herausgabe von Fachbüchern beteiligt, so in 1967 am Buch „Operationale Forschungen mit Anwendungen in der Wirtschaft“ und in 1968 am Buch „In der Wirtschaft angewandte Mathematik“. Zwischen 1975 und 1985 hat er zahlreiches Material zum Studium der Statistik sowie 30 Studien im Bereich der Stochastik erstellt, außerdem ist er auch Autor von zahlreichen operationalen Forschungen mit Anwendung in der Wirtschaft (außer den oben erwähnten als Buch-Koautor).

Nach der Wende von 1989 hat sich Prof. Dr. Karl Singer voll für die Belange der Deutschen im Banat sowie auf Landesebene eingesetzt und die ganzen Bemühungen zum Bewahren unserer Identität, Aufrechterhalten und Fördern der Traditionen, des Brauchtums, der Kultur, des Lehrwesens und der deutschen Sprache voll unterstützt. Außerdem hat er die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen unserer Minderheit mit Kompetenz vertreten, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat.

Als Gründungsmitglied des Banater Forums hat er 10 Monate lang die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden eingenommen, danach, ab Oktober 1990, die des Vorsitzenden, bis Ende 2014, als er sich aus Gesundheitsgründen zurückzog, aber Ehrenvorsitzender des Forums geblieben ist. Ebenfalls in dieser Zeitspanne war er auch stellvertretender Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien. Seit dessen Gründung in 1991 ist er auch Mitglied im Leitungsrat des Banater Vereins für Internationale Kooperation „Banatia“ und in der „Stefan Jäger“-Stiftung wirkt er als Mitglied mit.

Das Banater Bergland hat er in seiner ganzen Ehrenamtlichen Aktivität nie vergessen und ständig unterstützt, auf kultureller sowie auf wirtschaftlicher und politischer Ebene. Seiner Hilfe, zusammen mit dem „Banatia“-Verein, im Erhalten der Genehmigung und der Fonds seitens des Deutschen Bundesministeriums des Inneren für den Bau unseres „Alexander Tietz“-Zentrums in Reschitza ist unschätzbar. Auch hat er an den meisten unserer großen Kulturveranstaltungen teilgenommen, nicht nur in Reschitza, sondern im ganzen Banater Bergland. Als Anerkennung dafür wurde er im Oktober 2000 zum Ehrenmitglied des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ ernannt.

Für seine ganze Aktivität zu Gunsten der deutschen Minderheit im Banat und Rumänien sowie für seine Teilnahme am Aufbau der Brückenfunktion zwischen unserer Minderheit und Deutschland wurde ihm am 11. Dezember 2010 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen und am 9. März 2015 bekam er die Ehrenmedaille 25 Jahre Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien. Außerdem wurde ihm anlässlich der Feierlichkeiten zum Projekt 1000 seitens des „Banatia|-Vereins Temswar das Abzeichen in Gold ausgehändigt.

Unser „Alexander Tietz“-Preis soll eine wohlverdiente Anerkennung der Bestrebungen des Prof. Dr. Karl Singer im und für das Banater Bergland darstellen. Wir hoffen dass dieser Preis einen Ehrenplatz in seinem Herzen bekommen wird.

Bis jetzt wurden folgende Persönlichkeiten mit dem „Alexander Tietz“-Preis geehrt: Dr. Traute Kocmann-Lorinser aus Graz (1999), Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupşiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz (2002), Heinz Stritzl aus Klagenfurt am Wörthersee (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005), Dr. Herwig Brandstetter aus Graz (2006), Henriette Bacizan aus Steierdorf (2007), Prof. Josef Barna aus Reschitza (2008), Dipl.-Ök. Waldemar Günter König aus Reschitza (2009), die Schwestern Sr. Gertrud Petschan, Sr. Katharina Pinzhoffer, Sr. Paulis Mohr und Sr. Hiltrud Frühholz aus Tirol / Königsgnad (2010), Erwin Josef Ţigla aus Reschitza (2011), Univ.-Prof. Dr. Hans Stendl aus Bukarest (2012), Dipl.-Ing. Hugo Eduard Balazs aus Stuttgart (2013) und Mag. Udo Peter Puschnig aus Klagenfurt am Wörthersee (2014).

Also ist Prof. Dr. Karl Singer der 17. Träger dieser unserer höchsten Auszeichnung. Wir gratulieren ihm herzlich dafür!

Reschitza, am 25. April 2015

Preisträger 2014

Mag. Udo Peter Puschnig, Klagenfurt am Wörthersee, Österreich

Laudatio auf Mag. Udo Peter Puschnig
von Erwin Josef Ţigla,
Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen.

Seit 1999 verleiht das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe“ Reschitza“ jährlich den „Alexander Tietz“-Preis als höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen an Personen, die sich besonders auf kultureller, geschichtlicher oder schulischer Ebene für das Banater Berglanddeutschtum eingesetzt haben. Für das Jahr 2014 haben die Aufsichtsräte des DFBB und des Reschitzaer Kulturvereins beschlossen, diese besondere Ehrung dem Kärntner Mag. Udo Peter Puschnig, als wichtigstes Zeichen unserer Wertschätzung, zukommen zu lassen.

Wer ist der heute von uns Geehrte? Hier einige Daten aus seinem Leben: Mag. Udo Peter Puschnig ist ein Jahrgang 1964, Absolvent von Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach den Jahren 1993 - 1994, als er Grundsatz- und wirtschaftspolitischer Referent der Kärntner Volkspartei war, folgte für rund ein halbes Jahr die Funktion eines Fachgruppengeschäftsführers in der Wirtschaftskammer Kärnten sowie parallel dazu die des Geschäftsführers des Vereines „Kärntner für Europa“. In der Zeitspanne 1994 - 1996 war er Mitarbeiter im Büro von Landeshauptmann Dr. Christof Zernatto und danach, bis 1999, sein Büroleiter.

Ab 1999 siedelte er in die Landesamtsdirektion des Amtes der Kärntner Landesregierung um, wo er bis heute aktiv ist: von 1999 bis 2011 als Unterabteilungsleiter für Entwicklungsstrategien in der Abteilung 1 und ab 2011 bis in diesem Jahr, Unterabteilungsleiter für Entwicklungsstrategien im Bereich Präsidialangelegenheiten in der Abteilung 1 (Kompetenzzentrum Landesamtsdirektion). Seit diesem Jahr ist er Unterabteilungsleiter für Entwicklungsstrategien im Bereich Volksgruppen, Auslandskärntner und regionale Kooperationen in der gleichen Abteilung wie zuvor.

Als aktiver Christ Kärntner evangelischer Konfession hat er mehrere Funktion bis heute ausgeübt: seit 2004 Presbyter der Evangelischen Pfarrgemeinde Augsburger und Helvetischer Bekenntnisses der Klagenfurter Johanneskirche und, ab 2005, Kurator derselben Evangelischen Pfarrgemeinde. Ab 2011 ist er Rechnungsprüfer der Evangelischen Superintendentur Kärnten und Osttirol.

Zahlreiche Publikationen und Beiträge, die in Österreich und im Ausland im Laufe der Jahre erschienen sind, tragen seinen Namen als Autor und Herausgeber bzw. Mitherausgeber.

In seinen Kärntner Landesfunktionen haben wir, die Banater Berglanddeutschen, Bekanntschaft und Freundschaft mit ihm geschlossen. Verschiedene Projektentwickelungen in Mittel und Ost-Europa, besonders in Rumänien, Slowenien und im Raum Bukowina der Ukraine, aber auch die Beziehungen im eigenen Lande zwischen Mehrheit und Minderheit, wo er überall aktiv war, haben ihm dazu verholfen, dass er im Laufe der Zeit ein besonderes Empfinden gegenüber der Problematik einer Minderheit entwickelt hat. Als Vertreter des Landes, zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Amt der Kärntner Landesregierung, war er immer bestrebt, Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu setzen, zum Wohle aller implizierten Kräften, nicht vergessend, dass eine korrekte Minderheitenpolitik oft auch sensible Geständnisse und Zurückhaltungen, ein Miteinander und ein Füreinander impliziert. Im Banater Bergland fand er eine Region Europas, wo dieses Miteinander alltäglich gelebt und entwickelt wird. Dass die Banater Berglanddeutschen für dieses Miteinander zu leben und zu wirken unterstützt werden, hat sich auch Mag. Udo Peter Puschnig selbst seit über eineinhalb Jahrzehnten eingesetzt. Zahlreiche Förderprogramme sowie Einladungen zu sozial-politischen Manifestationen in Kärnten beweisen diese ersprießliche Zusammenarbeit unserer Volksgruppe mit dem österreichischen Bundesland Kärnten, wofür wir sehr dankbar sind.

Hinter solchen verschiedenartigen Zeichen stehen immer Menschen, die eine Vision für die Zukunft haben. Unser heute Geehrter versinnbildlicht eine solche Vision: für sein Land, für die verschiedenen Regionen Europas, wo er aktiv ist, und somit auch für das Banater Bergland. Er setzt in der Welt christliche und politische Zeichen, die Menschenachtung und Völkerverständigung in den Mittelpunkt stellen, besonders jetzt, wo Europa mehr denn je in diesem zweiten Jahrzehnt des XXI. Jahrhunderts solch einen Einsatz benötigt. Selbst im Banater Bergland, wo er sich als Gast bei verschiedenen kulturellen und christlichen Veranstaltungen für ein Europa der Vielfalt erfolgreich eingesetzt hat, zeigt sein vielschichtiges Engagement in dieser Richtung.

Unser „Alexander Tietz“-Preis soll eine wohlverdiente Anerkennung dieser Bestrebungen des Mag. Udo Peter Puschnig im und für das Banater Bergland darstellen. Wir sind der Hoffnung, dass unser Preis einen Ehrenplatz in seinem Herzen bekommen wird!

Bis jetzt wurden mit dem „Alexander Tietz“-Preis folgende Persönlichkeiten geehrt: Dr. Traute Kocmann-Lorinser aus Graz (1999), Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupşiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz (2002), Heinz Stritzl aus Klagenfurt am Wörthersee (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005), Dr. Herwig Brandstetter aus Graz (2006), Henriette Bacizan aus Steierdorf (2007), Prof. Josef Barna aus Reschitza (2008), Dipl.-Ök. Waldemar Günter König aus Reschitza (2009), die Schwestern Sr. Gertrud Petschan, Sr. Katharina Pinzhoffer, Sr. Paulis Mohr und Sr. Hiltrud Frühholz aus Tirol / Königsgnad (2010), Erwin Josef Ţigla (2011) aus Reschitza, Univ.-Prof. Dr. Hans Stendl aus Bukarest (2012) und Dipl.-Ing. Hugo Eduard Balazs aus Stuttgart (2013).

Wir gratulieren herzlichst Mag. Udo Peter Puschnig für die höchste Auszeichnung der Banater Berglanddeutschen, die er heute bekommt: den „Alexander Tietz“-Preis für das Jahr 2014!

Reschitza, den 12. Oktober 2014