"Alexander Tietz"-Preisträger 2008-2004

Preisträger 2008

Prof. Josef Barna, Reschitza, Rumänien

Laudatio auf Prof. Josef Barna
von Erwin Josef Tigla
Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen

Heute beehren wir einen durch sein lange Zeit hier verbrachtes Leben zum Banater Berglanddeutscher Gewordenen mit dem höchsten Preis, der seitens der Banater Berglanddeutschen jährlich jemandem zukommt. Der "Alexander Tietz"-Preis für das Jahr 2008 wird heute Prof. Josef Barna, Mitglied des Vorstandes des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen in Reschitza, verliehen.

Wer ist unser heute Geehrter?

Er wurde am 25. April 1935 in Bethausen, Kreis Temesch, in der Lugoscher- Fatscheter Region geboren, also ist er von Geburt aus kein Bergländer. Das Banater Bergland hat ihn aber später gänzlich "adoptiert" und heute würde niemand behaupten, dass er nicht einer von uns währe.
Diese "Adoption" begann bereits gleich nach der Absolvierung der Hochschule in Temeswar, als er als frischgebackener Junglehrer die Zuteilung nach Reschitza bekam. Hier begann er seine Laufbahn als Lehrer gleich in zwei Schuleinheiten: im heutigen "Diaconovici - Tietz"-Lyzeum (als Physiklehrer) und im damaligen Gemischten Lyzeum Nr. 2, wo er in deutscher Sprache Physik und Astronomie unterrichtete.
1958 heiratete er seine ehemalige Hochschulkollegin Barbara Wild, Mathematklehrerin. Aus der Ehe entstanden zwei Töchter. Die Familie "läuft" aber weiter: Josef Barna freut sich heute seiner sechs Enkelkinder. Bei nur 28 Jahren erscheint ihm sein erstes Physik-Lehrbuch. Es war das für die VII. Klasse, dass er zusammen mit seinem Schulkollege Peter Göbl und mit Virgil Atanasiu aus Bukarest unterzeichnete.
Die Reihe der Physik-Lehrbücher für die VII. Klasse erschien weiterhin in bearbeiteten Ausgaben, mit verschiedenen Mitautoren, in nicht weniger als 18 Jahren. Dazu kammen noch 4 Jahrerscheinungen für die VI. Klasse. So kann man heute wohlwollend behaupten, dass alle Schuljahrgänge Rumäniens, geboren zwischen 1949 und 1967, aus diesen Physik-Lehrbüchern der VII. Klasse gelernt haben.
Im Jahre 1964 wurde er zum stellv. Direktor des Gemischten Lyzeums von Reschitza ernannt, hauptsächlich für den Abendunterricht zuständig, der damals in der Parteipolitik prioritär war.
1971 wurde er zum Direktor des damaligen Hauses des Didaktischen Korps des Kreises Karasch-Severin berufen, Funktion, die er 10 Jahre innehatte. In den hier entfalteten Tätigkeitsjahren hat er mehrere Weiterbildungsaktionen organisiert, davon auch diejenigen bekannt unter dem Namen "Şcoala fără ziduri" / "Schule ohne Mauern".
In der gleichen Zeitspanne leitete er die Kreisfiliale der Gessellschaft der Physikalischen und Chemischen Wissenschaften, und seit 1969 war er Mitglied der gleichen Gesselschaft auf Landesebene bis zu ihrer Auflösung (1990). Im Jahre 1972 bekam er das Attest als Übersetzer für Deutsch (Muttersprache) und Englisch (Autodidakt).
Seine fachliche Laufbahn als Physiklehrer bereicherte er mit mehreren Weiterbildungslehrgängen innerhalb der Universitäten in Temeswar, Jassy, Bukarest, Klausenburg und, zuletzt, in Wien (1995).
1981 kehrte er ins Lehrwesen zurück und blieb hier bis zur Pensionierung, 1997, tätig. Das heißt aber nicht, dass er hier stehen geblieben ist. Er unterrichtete weiter im "Diaconovici - Tietz"-Lyzeum bis im vergangenen Jahr, 2007.
Seit dem Beginn der 90er Jahre war er in der Reihe des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen aktiv und ist es heute noch. 1996 wurde er seitens des DFBB zum Kreisratsmitglied gewählt, und innerhalb dessen zum Mitglied der Permanenten Delegation ernannt.
Im Jahr 2004 wurde er erneut zum Kreisratsmitglied gewählt, diesmal auf der Liste der Demokratischen Partei, mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, weil es damals die einzige Möglichkeit war, einen unserer Kandidaten in den Kreisrat hineinzubringen. In der Zeitspanne 2004 - 2008 war und ist er Vorsitzender der Kommission für Unterricht, Kultur, Kulte, Familie und nationale Minderheiten im Rahmen des Kreisrates Karasch-Severin.
Prof. Josef Barna wurde Ende des vergangenen Jahres seitens des Stadtrates zum Ehrenbürger seiner Wahlstadt Reschitza ernannt.
Altersbedingt hat Prof. Josef Barna in diesem Frühjahr beschlossen, nicht mehr politisch im Kreisrat aktiv zu bleiben, deshalb kandidiert er nicht mehr bei den Lokalwahlen 2008.
Wir, die Banater Berglanddeutschen, sind ihm vielseits dankbar: - In erster Reihe gilt dieser Dank seinem unermüdlichen Einsatz im Lehrwesen in deutscher Muttersprache, den er im Laufe seiner gesamten Lehrerkarriere geleistet hat;
- Ihm sei gedankt für den politischen Einsatz, die deutsche Minderheit im Banater Bergland aktiv in all ihren Anliegen zu unterstützen und zu fördern;
- Gedankt sei ihm nicht zuletzt für die Bereitschaft, in den verschiedenen Vorständen des DFBB aktiv mitzuwirken und dadurch mitzuhelfen, der deutschen Minderheit im Banater Bergland eine Zukunft zu geben.
Für seinen lebenslangen Einsatz zugunsten seiner Mitmenschen im Allgemeinem und der Volksgruppe, aus der er stammt, im Besonderen sei ihm im Namen des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen Anerkennung und Wertschätzung beschieden.
Wir freuen uns, Prof. Josef Barna für seine Unermüdlichkeit, für seine Aufopferung und für seine Standhaftigkeit heute auszeichnen zu können. Prof. Josef Barna ist eine würdige Persönlichkeit des Banater Berglands in der Reihe der Träger des "Alexander Tietz" -Preises. Bis jetzt wurden damit geehrt: Traute Kocmann-Lorinser aus Graz (1999), Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupsiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz (2002), Heinz Stritzl aus Klagenfurt (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005), Dr. Herwig Brandstetter aus Graz (2006) und Henriette Bacizan aus Steierdorf (2007).
Wir gratulieren herzlichst Prof. Josef Barna für den heute überreichten "Alexander Tietz" -Preis für das Jahr 2008 und wünschen ihm Gesundheit inmitten seiner Familie, aber auch inmitten seiner großen Familie, die der Banater Berglanddeutschen!

Preisträger 2007

Henriette Bacizan, Steierdorf, Rumänien

Laudatio auf Henriette Bacizan
von Erwin Josef Tigla
Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen

Heute beehren wir wieder einmal eine Banater Berglanddeutsche mit dem höchsten Preis, der seitens der Banater Berglanddeutschen jährlich jemandem zukommt. Der "Alexander Tietz"-Preis für das Jahr 2007 wird heute Frau Henrietta Bacizan, Vorsitzende des DFBB-Ortsforums Steierdorf - Anina verliehen.

Wer ist unsere heute Geehrte?

Sie wurde am 16. März 1942 in Steierdorf von Mutter Maria Kniszner geboren. Mit vollem Stolz unterstreicht sie immer wieder: "Ich wurde von meiner Mutter und Großmutter, die eine österreichische Herkunft haben, erzogen."
Sie besuchte den deutschen Kindergarten in Steierdorf. Es folgte die Grundschule ebenfalls in Steierdorf, I. - IV. Klasse in Deutsch, V. - VIII. Klasse in Rumänisch mit Deutsch als Fremdsprache. Bereits in der Schulzeit hatte sie an allen kulturellen Aktivitäten teilgenommen. Weil sie früh, mit 15 Jahre, zu arbeiten beginnen musste, hatte sie ihre unterbrochene Schulausbildung und die Berufsausbildung als Bibliothekarin im Abendkurs gemacht. Die IX. - XII. Klasse hat sie am rumänischen Lyzeum in Anina (1967 - 1970) beendet.
Im Jahre 1958 wurde sie als Bibliothekarin im Kulturhaus Steierdorf (das gehörte dem Sindicatul Minier / Bergbaugewerkschaft) fest angestellt. Zehn Jahre später, 1968, wurde die Bibliothek von Steierdorf aufgelöst und sie übernahm die Bibliothek von Anina.
In Steierdorf hatte sie die Gelegenheit, viel von ihrer Klassenlehrerin, Frau Matus, die für die kulturellen Veranstaltungen verantwortlich war, zu lernen. Sie hat bereits seit dann in Tanzgruppe, Chor und Theatergruppe mitgewirkt, hat Fasching und musikalische Abende u.s.w. alleine oder mitorganisiert. Ab 1968 arbeitete sie als Bibliothekarin im Kulturhaus Anina (Sindicatul Minier Anina / Bergbaugewerkschaft Anina) und von 1990 bis 1998 als Direktorin des Kulturhauses. In dieser Zeit, wie in Steierdorf, so auch in Anina, wurden sämtliche Veranstaltungen wie folgt organisiert: in Steierdorf: Maskenbälle, Weiberball, Traubenball, Feuerwerkerball u.s.w. und im Kulturhaus Anina: Wettbewerbe für Kinder und Erwachsene, Operetten, Theater, Bücherpräsentierungen, Kulturtage, Volkstänze u.s.w.
In 1976 schenkte sie ihrer Tochter Bettina das Leben. In 1998 ging sie in Altersrente.
Ende Oktober 1998 akzeptierte sie die Funktion des Vorsitzenden des Deutschen Demokratischen Forums Steierdorf - Anina mit der Bedingung, dass sie die Vorschläge für den Leitungsrat mache, denn sie wusste, dass man fast von Anfang an beginnen müsse. Am 4. Dezember 1998 organisierte sie ihre erste Veranstaltung: einen "Nikolaus" -Abend. Damit begann eine neue Ära! Mit viel Mühe, Hilfe von den Mitgliedern und eigener Leistung haben die Steierdorfer, von 1999 bis 2000, dem Forumssitz ein schönes Aussehen gegeben. Von 2000 bis 2006 haben sie vom Bundesministerium des Inneren aus Deutschland finanzierte Projekte durchgeführt. Vom Alpenländischen Kulturverband "Südmark" zu Graz kam ebenfalls Unterstützung.
Glücksjahr 2004: im Herbst, zum Traubenball, ist Bürgermeister Gheorghe Neicu mit mehreren Gästen, unter anderem auch Mihai Crăiniceanu, auf Besuch zum Ortsforum Steierdorf gekommen. Frau Henriette Bacizan hatte ein langes und erfolgreiches Gespräch mit Letzterem. Dieser ist sehr bekannt in Anina, denn er ist hier aufgewachsen und hatte u.a. die Neugestaltung des Sigismunder Friedhofs unterstützt. Dank der finanziellen Hilfe von Herrn Crăiniceanu begann nach nur einem Monat die Renovierung des Forumsitzes: Zentralheizung, Klimaanlage, Fenster, Türen, Toiletten, Holzmagazin, Beleuchtung, Küche, Festsaal, Büro, Sitzungssaal, Bibliothek u.s.w.
Frau Henriette Bacizan behauptet: "Einer meiner schönsten Tage im Leben war der 20. Mai 2005, als der Festsaal 'Ştefan und Maria Crăiniceanu' eröffnet wurde." Sie kann die Genugtuung haben, Einzigartiges beim Steierdorfer DFBB-Ortsforum geleistet zu habe: der Sitz ist sehenswert und einer der Schönsten auf Landesebene!
Vieles währe hier noch zu erwähnen, denn Frau Henriette Bacizan war vielseitig engagiert und an was sie die Hände angelegt hat, war auch mit Erfolg verbunden. Wer sie kennt, kann das ohne weiteres bestätigen!
Wir, die Banater Berglanddeutschen sind stolz, dass wir eine so gute Mitstreiterin in Sache Minderheitenpolitik und -kultur haben. Sie schenkt uns die Zuversicht, dass der deutschen Minderheit in Steierdorf - Anina eine gute Zukunft gesichert ist.
Frau Henriette Bacizan ist eine würdige Persönlichkeit der Banater Berglanddeutschen in der Reihe der Preisträger des "Alexander Tietz"-Preises. Bis jetzt wurden damit geehrt: Traute Kocmann-Lorinser aus Graz (1999), Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupsiasca aus Reschitza (2000), Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark (2001), Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reimann aus Graz (2002), Heinz Stritzl aus Klagenfurt (2003), Alt-Landeshauptmann Waltraud Klasnic aus Graz (2004), Horst Martin aus Temeswar (2005) und Dr. Herwig Brandstetter aus Graz (2006).
Wir gratulieren herzlichst Frau Henriette Bacizan für den heute überreichten "Alexander Tietz"-Preis für das Jahr 2007 und wünschen ihr Gesundheit und viele Erfolge in ihrer so verdienst- und ehrenvollen Arbeit im Dienste der Banater Berglanddeutschen!

Preisträger 2006

Dr. Herwig Brandstetter, Graz, Österreich

Dankworte des Dr. Herwig Brandstetter, anlässlich des In-Empfang-Nehmens des "Alexander Tietz"-Preises für das Jahr 2006

Sehr geehrte Festgäste, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wie Sie alle wissen, ist der "Alexander Tietz"-Preis der höchste Preis, den die Banater Berglanddeutschen für besondere Verdienste um das Banater Berglanddeutschtum vergeben.
Im heurigen Jahr wurde mir diese hohe Auszeichnung zuteil und ich bedanke mich bei allen hierfür Verantwortlichen sehr herzlich dafür, insbesondere bei meinem Freund Erwin Josef Ţigla. Was ich in meinem Leben für das Banater Bergland tun konnte, habe ich gerne und voll Freude getan.
Dieser Preis gebührt aber nicht mir allein, sondern allen meinen Helfern und Mitstreitern. Ich möchte daher den "Alexander Tietz"-Preis 2006 nicht für mich allein entgegennehmen, sondern stellvertretend für alle meine steirischen Freunde und Helfer, die mich bei meinen Aktivitäten unterstützt haben. Die deutsche Volksgruppe im Banater Bergland ist in Rumänien heute als Minderheit mit ihrer sprachlichen Besonderheit voll anerkannt.
Bei meiner Tätigkeit fand ich zwei wichtige Partner: den Kultur- und Erwachsenenbildungsverein "Deutsche Vortragsreihe Reschitza" und das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen.
Das Demokratische Forum mit seinen 13 Ortsforen ist die von den rumänischen Behörden anerkannte politische Vertretung der Banater Berglanddeutschen. Die "Deutsche Vortragsreihe Reschitza" mit den "Deutschen Literaturtagen" im Mai, dem "Deutschen Trachtenfest" im August und der "Deutschen Kulturdekade" im Oktober ist der wesentliche Gestalter des deutschen Kulturlebens im Banater Bergland.
Das Demokratische Forum bildet somit den organisatorischen Rahmen für die politische Arbeit, die Deutsche Vortragsreihe leistet eine Fülle kultureller Aktivitäten, deren Aufzählung den Rahmen meiner Dankesworte sprengen würde. Die Rahmenbedingungen für die gedeihliche Weiterentwicklung der deutschen Volksgruppe im Banater Bergland sind also gegeben.
Die deutsche Volksgruppe wird aber nur dann eine Zukunft haben, wenn es den Banater Berglanddeutschen gelingt, so starke innere Integrationskräfte zu entwickeln, dass die Volksgruppe auch weiterhin zusammenhält. Und wenn die heranwachsende Generation, die Jugend, bereit ist, sich für die Werte deutscher Tradition, deutscher Sprache und Kultur in ihrer Banater Berglandheimat einzusetzen.
Die Schulen müssen den Kindern und Jugendlichen bei ihrer Identitätsfindung behilflich sein. Identität heißt, zu wissen, wer man ist und wo man herkommt. Der weitere Bestand der deutschen Volksgruppe im Banater Bergland wird davon abhängen, ob es gelingt, das Gemeinschaftsgefühl zu erhalten und zu fördern. Den Menschen, die sich der deutschen Volksgruppe zugehörig fühlen, wird damit die Sicherheit und das Selbstverständnis in ihrem Alltag gegeben.
Von größter Wichtigkeit ist außerdem, dafür zu sorgen, dass in Zukunft im Banater Bergland genügend Ausbildungs- und Arbeitsplätze vorhanden sind, um es der jungen Generation zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben bzw. dorthin zurückzukehren!
Den Banater Berglanddeutschen und ihren rumänischen Landsleuten wünsche ich alles erdenklich Gute für die Zukunft.
Möge dieses schöne Land im gemeinsamen Europa blühen und gedeihen! Dies wünsche ich vom ganzen Herzen mit einem kräftigen steirischen "Glück auf!"

Bokschan, am 6. Oktober 2006

Preisträger 2005

Horst Martin, Temeswar, Rumänien

Laudatio auf Herrn Horst Martin
von Erwin Josef Tigla
Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen

Wir versuchen seit einigen Jahren, alljährlich eine symbolische Auszeichnung zu verleihen, welche unsere höchste Würdigung darstellt. Sie trägt den Namen "Alexander Tietz", genauso wie dieses neue Zentrum, dass in der Zeitspanne August 2003 - September 2004 in Reschitza errichtet wurde.
Wie es durch meinem Bericht des Vorsitzenden auch mitgeteilt wurde, ist uns der größte Teil der Projekt-Finanzierung des "Alexander Tietz" -Zentrums vom Bundesministerium des Inneren der Bundesrepublik Deutschland zugesichert worden und zweiter Finanzier war der "Banatia" -Verein aus Temeswar.

Wer ist unser heute Geehrter?

Als Geschäftsführer der "Banatia" Temeswar wirkt Herr Horst Martin, den wir alle hier nicht nur durch seine Tätigkeit in Temeswar als die ausführende leitende Kraft der "Banatia" kennen, sondern auch als langjährigen Reschitzarer, denn er hat hier lange Jahre im Hüttenwerk gearbeitet. Er hat sich nach 1990 in allen Gremien, wo er mitgewirkt hat, ob als Geschäftsführer des Banater Regionalforums, gleich nach dessen Gründung, oder in der "Banatia" und im Vorstand des Landesforums, stets auch um die Belange der deutschen Minderheit aus dem Banater Bergland bemüht. Die vielen wirtschaftlichen Unterstützungen in diesen Jahren des Bestehens der "Banatia", die ins Banater Bergland gekommen sind, kann man auch ihm verdanken, genauso wie auch dem Präsidenten des "Banatia" -Aufsichtsrates, Herrn Dr. Walter Schmidt, und dem ganzen Aufsichtsrat, in dem auch wir zwei Vertreter haben.
Ich persönlich und die Mitstreiter um mir, die sich bemüht haben, dass dieses Zentrum heute das ist, was es sein sollte und was man sieht, haben die größte Hilfe seitens des Herrn Horst Martin bekommen, besonders in dieser Zeitspanne August 2003 - September 2004. Herr Horst Martin war derjenige, der praktisch die ganze Finanzierung ermöglicht hat und weiter dafür gesorgt hat, dass wir heute stolz auf unser verwirklichtes Projekt blicken können.
Was aber wenige wissen, das ist die Tatsache, dass es eigentlich diesem Menschen zu verdanken ist, dass wir dieses Zentrum heute besitzen: noch kurz vor der Jahresplanungskonferenz 2003 in Hermannstadt war er nicht ganz von diesem Projekt begeistert. Er hatte, so wie der Rumäne in einer Redewendung sagt: " nişte dubii" (einige Zweifel). Ich war aber sprachlos, als während der Jahresplanungskonferenz in Hermannstadt Herr Horst Martin aufgestanden ist und, ohne mit den Banater Berglanddeutschen oder mit mir persönlich darüber gesprochen zu haben, kundgegeben hat, dass er mit dem Aufsichtsrat der "Banatia" sprechen wird, um einen Teil der Gelder aus dem Revolving -Fonds der "Banatia" diesem Projekt zur Verfügung zu stellen, damit es konkretisiert werden kann. Dies war der Auftakt, das Alpha zur Verwirklichung des Projekts. Die anschließenden Stellungnahmen aller Regionalvorsitzenden bei der damaligen Jahresplanungskonferenz, unseres damaligen Abgeordneten und, selbstverständlich, die des Prof. Dr. Karl Singer, der immer für dieses Projekt Militant war, wirkten dann mit aller Kraft mit. So wurde also das Projekt, wenn auch nicht leicht, genehmigt!
Ich danke Ihnen, Herr Horst Martin, gleichfalls für Ihre Sorge, infolge derer die weniger bemittelten Schüler des "Diaconovici - Tietz" -Lyzeums, über die "Stefan Jäger" -Stiftung, ein finanzielles Stipendium (finanzieller Zuschuss) bekommen, von allen Nutznießern sehr dankbar geschätzt! Zum Schluss möchte ich allen in der "Banatia" Tätigen und dem gesamten Aufsichtrat ein Dankwort übermitteln.
Erlauben Sie mir, Herr Horst Martin, Ihnen diese höchste von uns zu verleihende Auszeichnung, den "Alexander Tietz" -Preis für das Jahr 2005, in Dankbarkeit für das, was Sie im Banater Bergland im Allgemeinen und hier konkret für dieses Zentrum geleistet haben, zu überreichen. Vielen Dank für alles, viel Gesundheit und Wohlergehen und unsere herzlichste Gratulation für diesen von uns hochgeschätzten Preis!

Preisträger 2004

Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Graz, Österreich

Laudatio auf Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnik

von Erwin Josef Ţigla
Leiter des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza”

Sehr geehrte Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Eure Exzellenzen und Mitglieder der Delegation des Landes Steiermark, Geehrte Vertreter der Kreis- und Stadtverwaltung im Banater Bergland, Geehrte Vertreter der politischen Partein im Banater Bergland, Liebe Mitglieder der Banater Berglanddeutschen Gemeinschaft, im Feste verbundene Teilnehmer am heutigen Frühlingskulturprogramm der Reschitzaer deutschen Minderheit!

Die große Ehre und Freude, die uns durch den Besuch von Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic zuteil werden, wollen wir auch durch den folgenden Festakt zum Ausdruck bringen.
Die deutsche Minderheit im Banater Bergland, auch als äußerster steirischer Vorposten bekannt, das heißt, die von der steirischen Uhrheimat geographisch am weitesten entfernt lebenden Steirer, seit fast drei Jahrhunderten in „diesem von Natur aus reichen Land“ lebend, war sich stets bemüht, die eigene Identität, das Volkstum zu bewahren, es den kommenden Generationen weiter zu übermitteln, um sich eine Zukunft zu sichern. Durch Tief und Hoch durchdringend, Feuer und Stein besiegend, durch Fleiß und Aufopferung gekennzeichnet, überlebten wir hier Jahrhunderte, als treue Mitglieder unserer Gemeinschaft und des Staates, unter dessen Obhut wir uns entfalteten.
Heute, als eine geschrumpfte und trotzdem kämpfende Gemeinschaft, finden wir ebenso vielseitige Anerkennung wie vor Jahren, als wir noch zahlenmäßig stark waren.
Im Laufe unserer Geschichte entsprangen aus unserer Mitte Persönlichkeiten, die uns bezeugten und darstellten. Eine dieser Persönlichkeiten war auch Alexander Tietz. Und dieser ist kein anderer als der Deutsch-, Latein- und Russischlehrer, der Volkskundler und Naturliebhaber, der von seinen Landsleuten und Schülern Geschätzte, geboren am 9. Januar 1898 und gestorben am 10. Juni 1978, beides in Reschitza, in der Hauptstadt seines vielgeliebten und gepriesenen Banater Berglands! Alexander Tietz wird von uns als die bedeutendste Kulturpersönlichkeit der Banater Berglanddeutschen im XX. Jahrhundert anerkannt. Unsere Kultur- und Schulinstitutionen in Reschitza tragen seinen Namen, genauso wie die höchste Auszeichnung, welche die Banater Berglanddeutsche Gemeinschaft seit 1999 jährlich zu vergeben hat.
Seit der Stiftung des „Alexander Tietz“-Preises im Jahre 1999 wurde diese unsere höchste Auszeichnung an Persönlichkeiten im In- und Ausland verliehen, die sich um die Belange unserer Gemeinschaft maßgebend bemüht haben. Hier die Reihefolge der bis jetzt Ausgezeichneten:
- 1999: Frau Traute Kocmann aus Graz, die Wegbereiterin der neuen, modernen Etappe der Beziehungen des Landes Steiermark zu unserer Gemeinschaft, die sich maßgebend in den letzten Jahren der Kommunismusära und in den ersten postrevolutionären Jahren für unsere Belange eingesetzt hat;
- 2000: Herr Dipl.-Ing. Karl Ludwig Lupşiasca aus Reschitza, der in diesem Februar scheidende Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, 14 Jahre lang Wegbereiter unserer Minderheitsvertretung im Banater Bergland, Lokalhobbyhistoriker und Hobbymusiker;
- 2001: Herr Max Wratschgo aus Feldbach / Steiermark, Obmann der Europäischen Föderalistischen Bewegung Österreichs, langjähriger Mitstreiter an unserer Tätigkeit im Banater Bergland, Förderer unserer Teilnahmen an verschiedenen Europa-Tagungen in der Steiermark;
- 2002: Herr Prof. Dr. Reinhold Reimann, Obmann des Alpenländischen Kulturverbands Südmark zu Graz, langjähriger Freund und Förderer der Banater Berglanddeutschen, maßgebend an der Entwicklung und Förderung des steirischen Volksbrauchtums im Banater Bergland beteiligt;
- 2003: Herr Heinz Stritzl, langjähriger Chefredakteur der Klagenfurter „Kleinen Zeitung“, langjähriger Unterstützer unserer Tätigkeit im Banater Bergland;
Für das Jahr 2004 haben die Vorstände des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen und des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ beschlossen, den „Alexander Tietz“-Preis, als unsere höchste Auszeichnung, dem Landeshauptmann der Steiermark, Frau Waltraud Klasnic, zu verleihen. Hiermit anerkennen wir die tatkräftige Unterstützung unserer Gemeinschaft seitens des Landes Steiermark und seitens der Frau Landeshauptmann persönlich und bedanken uns dafür!

Reschitza, am 13. März 2004