Kriegsgräberfürsorge im Banater Bergland

Das Grabmal in Gerlischte = Gârlişte

In der Ruhestätte, die sich auf dem rumänisch-orthodoxen Friedhof aus Gerlischte, ein Dorf in der Nähe von Reschitza, befindet, fanden zwei deutsche Soldaten ihre ewige Ruhe, die ihren Tod im September 1944 in den Wäldern um Gerlischte gefunden hatten: der Gefreite Adolf Hegermann (25.04.1924 - 28.09.1944) und der Unteroffizier Hermann Volp (3.03.1920 - 29.09.1944). Das Grab wurde jahrelang freiwillig von der Dorfbewohnerin Ana Brânzei und ihrer Familie gepflegt. Das taten sie auch in ganz schwierigen Zeiten, als das in den Anfangsjahren des Kommunismus nicht leicht war, sondern auch Folgen hatte… Man bedenke: Das geschah in einem total rumänischen Umfeld, denen der Hass zu den Faschisten regelrecht aufgedrungen worden war.

Am 15. November 2006 wurde ein mit Unterstützung des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, Kriegsgräberfürsorge - Landesgeschäftsstelle Steiermark, vertreten durch Kurator Dr. Herwig Brandstetter, errichtetes Betonkreuz mit einem Namensschild, eingeweiht. Mehrere Dorfbewohner aus Gerlischte, der ehemalige rumänisch-orthodoxe Pfarrer Veronel Belcea, der Bürgermeister der Gemeinde Goruia, zu welcher auch Gerlischte gehört, Nicolae Susa, und nicht zuletzt die Familie Brânzei, die sich Jahrzehnte dafür freiwillig eingesetzt hat, dass dieses Grab gepflegt und bis heute erhalten wurde, haben sich am rumänisch-orthodoxen Friedhof an diesem Nachmittag eingefunden, um das neue Grabmal einzuweihen. Zur Einweihung kam auch der römisch-katholische Erzdechant des Banater Berglands, Pfr. József Csaba Pál aus Reschitza, der ökumenisch zusammen mit dem rumänisch-orthodoxen Altpriester Veronel Belcea die Segnung unternahm.

Am 24. Juni 2014 fand beim Grabmal in Gerlischte eine Ehrung der Gefallenen zu hundert Jahren seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges statt. Die Gebete und Segnung des Grabes fanden durch Pfr. Martin Jäger aus Anina statt. Dabei waren der DFBB-Vorsitzende und sein Stellvertreter, Dr. Ing. Christian Paul Chioncel, weitere Mitglieder der Reschitzaer deutschen Gemeinschaft. Ab dem Volkstrauertag am 16. November 2008 bis 2012 kam der Konsul der Bundesrepublik Deutschland aus Temeswar oder sein Vertreter alle zwei Jahre nach Gerlischte, um einen Blumenkranz niederzulegen. Das letzte Mal geschah es am 18. November 2012.