Kriegsgräberfürsorge im Banater Bergland

Das Denk- und Grabmal am Sigismunder Freidhof in Steierdorf - Anina

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurden im Sigismunder Friedhof in Steierdorf - Anina acht Soldaten des „Prinz-Eugen“-Regiments der Deutschen Wehrmacht begraben, die als unbekannte Soldaten bei den Kämpfen im Raum Steierdorf - Anina, zwischen dem 16. und dem 28. September 1944 gefallen waren. Im selben Grab ruhen noch sechs gefallene rumänische Soldaten der 19. rumänischen Infanteriedivision.

Der rührige Tiberius Huszka aus Steierdorf (heute in Temeswar), dem es eine Herzensangelegenheit war, die Namen der unbekannten deutschen Soldaten herauszufinden, übergab Kurator Dr. Herwig Brandstetter seitens des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, Kriegsgräberfürsorge - Landesgeschäftsstelle Steiermark, bei einem Besuch dessen in Steierdorf, eine Liste aus dem römisch-katholischen Matrikelbuch der dortigen Pfarre, in der auch die Erkennungsmarken der unbekannten Soldaten der Deutschen Wehrmacht aufgezeichnet waren. Durch Recherchen beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und bei der Deutschen Dienststelle Berlin konnten alle Namen bis auf zwei ausfindig gemacht werden.

Mit Genehmigung des damaligen Bürgermeisters von Steierdorf - Anina, Gheorghe Neicu, wurde im Herbst 2004 eine in Graz hergestellte Tafel auf dem Soldatengrab des Sigismunder Friedhofes in Steierdorf - Anina angebracht und mit einer schlichten Feier am 7. Oktober 2004 kirchlich gesegnet. Der Text auf der Tafel lautet: „Hier ruhen acht deutsche Soldaten, die bei den Kämpfen im Raum Steierdorf vom 16. - 28. September 1944 gefallen sind: Obergefreiter Ernst Baier, geb. 28.10.1921, Obergefreiter Rudolf Bigler, Obergefreiter Oswald Braun, geb. 5.01.1911, Soldat Adolf Hegemann, geb. 25.04.1924, Unteroffizier Hermann Volp, geb. 3.03.1920, Soldat Franz Zeppezauer, geb. 25.09.1923, sowie zwei weitere unbekante Soldaten der Deutschen Wermacht. Errichtet vom Österreichischen Schwarzen Kreuz, Landesgeschäftsstelle Steiermark, im Jahre 2004“.

Am Nachmittag des 23. Juni 2014 fand am Heldengrab auf dem Friedhof in Sigismund bei Steierdorf - Anina eine Ehrung der Gefallenen der beiden Weltkriege zu hundert Jahren seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges statt. Anwesend waren, neben einer Abordnung aus Reschitza, Vertreter des Ortsforums Steierdorf und Gläubige der römisch-katholischen Pfarrei, Vertreter des Bürgermeisteramts und des Kulturhauses Anina. Pfarrer Martin Jäger betete und segnete auch hier das Heldengrab der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen.

Seit dem Volkstrauertag am 15. November 1998 kam der Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, oder sein Vertreter, fast alljährlich zum Denk- und Grabmal auf dem Sigismunder Friedhof aus Steierdorf - Anina, um einen Blumenkranz niederzulegen. In der Zeitspanne 2007 - 2012 geschah das alle zwei Jahre, ab 2013 ist es ab und zu der Fall (so 2013, 2014 und 2015).