Kriegsgräberfürsorge im Banater Bergland

Das Russlanddeportiertendenkmal in Reschitza

Ein anderes Symbol für Reschitza und das Banater Bergland ist das Russlanddeportierten-Denkmal, das zu Ehren der verstorbenen Russlanddeportierten im „Cărăşana“-Park, in der Nähe des Bahnhofes, von wo aus die Deutschen im Januar 1945 den langen Weg der Deportation antreten mussten, und des heutigen neuen Stadtzentrums, im Jahre 1995, auf Initiative des Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Erwin Josef Ţigla, errichtet wurde.

Ţigla begann bereits 1990 eine große Spendenaktion dafür. Die Spenden kamen in der Zeitspanne 1990 - 1995 aus dem In- und Ausland, von Institutionen, Organisationen und von Privatpersonen. Sehr beeindruckend war der Beitrag der ehemaligen Russlanddeportierten selbst, die aus ihrer kleinen Rente für das Denkmal Geld spendeten. Aber ohne die Unterstützung des Heimatverbands der Banater Berglanddeutschen in München und die des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“ zu Graz wäre alles nur in der Entstehungsphase geblieben. Kurator Dr. Herwig Brandstetter aus Graz und Dipl.-Ing. Anton Schulz (früher Reschitza, heute Regensburg / Deutschland) half auch tatkräftig mit.

Am 14. November 1992, innerhalb der II. Auflage der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“, fand nach dem ökumenischen Lesegottesdienst der beiden Bischöfe Msgr. Sebastian Kräuter (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) und D.Dr. Christoph Klein (Landesbischof der Evangelischen Landeskirche A.B. Rumänien) in der „Maria Schnee“-Kirche, die Segnung des Standorts, wo das Denkmal zu Ehren der verstorbenen Russlanddeportierten errichtet werden sollte, statt.

Das Denkmal selbst wurde vom namhaften gebürtigen Reschitzaer Künstler Prof. Dr. Hans Stendl entworfen. Auch seine Eltern waren verschleppt worden und dadurch wollte er ein mahnendes Zeichen für die Zukunft setzten. Die Granitsteinplatten kamen aus dem Ausland, während die Metallteile im Reschitzaer Werk gegossen worden sind.

Das Denkmal wurde am 14. Oktober 1995 im Rahmen der V. Auflage der „Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland“ enthüllt und gesegnet. Die Feierlichkeit begann mit einem festlichen ökumenischen Lesegottesdienst in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche, unter Beteiligung von Msgr. Sebastian Kräuter, Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar, und von D.Dr. Christoph Klein, Bischof der Evangelischen Landeskirche A.B. in Rumänien, im Beisein des damaligen römisch-katholischen Dechanten des Karascher Dekanats, Pfr. József Csaba Pál, und des Pfr. Fritz Feder, der evangelische Dechant von Mühlbach/Sebeş-Alba, anderer zahlreich erschienenen Pfarrer aus dem Bergland, wie auch der Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften. In der Kirche hielt auch der damalige steirische Landeshauptmann Dr. Josef Krainer eine Ansprache.
Die Enthüllung und Einweihung des Denkmals zu Ehren der verstorbenen Russlanddeportierten hatte folgenden Verlauf:

  • Ansprachen von: Dipl.-Ing. Julius Anton Baumann (Ehrenbundesvorsitzender des Heimatverbands der Banater Berglanddeutschen in Deutschland), Dipl.-Ing. Pavel Gheorghe Bălan (Vorsitzender des Kreisrates Karasch-Severin), Ignaz Bernhard Fischer (Vorsitzender der Russlanddeportiertenvereinigung Rumäniens), und Erwin Josef Ţigla (Leiter des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza”);
  • Enthüllung des Denkmals durch Dipl.-Ing. Julius Anton Baumann, Karl Bereznyak (Vorsitzender der Russlanddeportiertenvereinigung Karasch-Severin) und Alexander Erwin Ţigla (als Vertreter der Zukunft);
  • Einweihung des Denkmals durch Bischof Msgr. Sebastian Kräuter und Bischof D.Dr. Christoph Klein;
  • Musikalische Umrahmung: die Frauensinggruppe des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza” (Dirigent: Prof. Waltraud Muntoi).
  • Seit diesem Datum wird jährlich im Januar hier, beim Denkmal, eine Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Russlanddeportation organisiert, mit zahlreicher geistlichen und Laienbeteiligung.
    Das Denkmal ist zugleich auch ein Mahnmal für die kommenden Generationen, d.h. nie wieder Krieg, nie wieder Verschleppung unschuldiger Menschen.

    Eine größere Gedenkveranstaltung fand beim Denkmal in Reschitza am 22. Januar 2005 statt, als man hier das Landesgedenken zu 60 Jahren seit dem Beginn der Russlanddeportation organisierte. Am Denkmal beteten Msgr. Martin Roos, Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar, und D.Dr. Christoph Klein, Bischof der Evangelischen Landeskirche A.B. in Rumänien.

    Am 9. Oktober 2005 versammelten sich ehemalige Russlanddeportierte vor dem Denkmal im „Cărăşana“-Park von Reschitza zum 10. Jahrestag seiner Errichtung. Nach kurzen Gebeten und Andachten mit den Glaubensvertretern (der römisch-katholische Erzdechant József Csaba Pál, Pfr. Egon Wonner seitens der evangelisch-lutherischen Kirche in Reschitza und Botond Makay seitens der reformiert-calvinistischen Kirche Reschitzas waren zugegen) hielten die Gäste Ignaz Bernhard Fischer, Vorsitzender des Vereins der Ehemaligen Russlanddeportierten aus Rumänien, und Werner Henn, stellvertretender Bundesvorsitzender des Heimatverbands der Banater Berglanddeutschen in Deutschland, kurze Ansprachen in Gedenken an die Russlanddeportation und an die 10 Jahre seit der Einweihung des Denkmals. Der „Franz Stürmer“-Chor sang Lieder, die die Menschen in Russland gesungen hatten in Gedanken an die Heimat, die sie zurücklassen mussten. Es folgten Blumenkranzniederlegungen seitens des Reschitzaer Forums, seitens des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“ zu Graz und seitens des Heimatverbands der Banater Berglanddeutschen in München. Im Anschluss daran versammelten sich Gäste und Russlanddeportierte im „Alexander Tietz“-Haus, um der Präsentation der Medaille und der CD-ROM „Deportation 60“ beizuwohnen.

    Am 4. Oktober 2015 versammelten sich ehemalige Russlanddeportierte vor dem Denkmal im „Cărăşana“-Park von Reschitza zum 20. Jahrestag der Einweihung im Beisein von Vizekonsul Siegfried Geilhausen samt Gattin Geraldine Geilhausen, sowie der beiden Geistlichen Domherr József Csaba Pál, Erzdechant des Banater Berglands, und Pfr. Egon Wonner, der evangelische Pfarrer im Banater Bergland, die Gebete für die Verstorbenen der schrecklichsten Seite der Geschichte der Banater Berglanddeutschen sprachen. Eine Einführungsrede zu 20 Jahren Russlanddeportierten-Denkmal hielt der DFBB-Vorsitzende Erwin Josef Ţigla. Anschließend folgte die Blumenkranzniederlegung unter den Klängen der Wolfsberger Dorfmusikanten aus Österreich.

    Am 7. Juni 2016 besuchte Erzbischof-Metropolit Emeritus Dr. Robert Zollitsch (Freiburg im Breisgau, Deutschland), ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zusammen mit Erzdechant József Csaba Pál und Pfr. János Varga („Maria Schnee“-Pfarrkirche), Pfr. Simon Ciubotaru („Allerheiligste Dreifaltigkeit“-Kirche Reschitza - Govândari) und dem evangelischen Dechant des Mühlbacher Kirchenbezirks (Sebeș - Alba), Dr. Wolfgang Wünsch, das Denkmal der Russlanddeportierten im „Cărășana“-Park, wo seine Exzellenz einen Blumenstrauß niederlegte und zusammen mit allen anwesenden Pfarrern für die Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Russland unschuldig zur Zwangsarbeit verurteilt worden waren, betete.

    Eine weitere größere Gedenkveranstaltung fand beim Denkmal in Reschitza am 14. Oktober 2017 statt, im Anschluss an den ersten Evangelischen Kirchentag im Banat und dem 23. Reschitzaer Deutschen Trachtenfest. Am Denkmal beteten der Bischof der Evangelischen Landeskirche A.B. in Rumänien Reinhart Guib, der römisch-katholische Generalvikar Msgr. Johann Dirschl, die evangelischen Pfarrer Dechant Dr. Wolfgang Wünsch (Petersdorf bei Mühlbach), Walter Sinn (Semlak, zuständig für die deutschen Evangelischen aus dem Banat), Dusan Vanko (Nadlak / Butin, zuständig für die slowakischen Evangelischen aus dem Banat), Mag. Frank Schleßmann (Mattighofen, Oberösterreich), Diakon Manfred Ehm seitens der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Meiendorf - Oldenfelde / Hamburg (Hamburg, Deutschland) und die römisch-katholischen Priester Erzdechant József Csaba Pál und Martin Jäger (Steierdorf - Anina). Zugegen waren auch der Landeskirchenkurator Friedrich Philippi mit Gattin und der Hauptanwalt der Landeskirche A.B. Rumäniens, Friedrich Gunesch.