Banater Berglanddeutsche Persönlichkeiten

Josef Tietz (20.06.1859 - 3.04.1930)

Josef Tietz wurde am 20. Juni 1859 in Temeswar als Sohn des Lehrers Franz Tietz geboren. Die ersten drei Jahre der Volksschule beendigte er bei seinem Vater, die IV. Klasse absolvierte er in der Innenstädter Volksschule. Nach Beendigung von fünf Klassen in dem Temeswarer Piaristen-Gymnasium bezog er die Arader ungarische Lehrerbildungsanstalt, an der er im Jahre 1877 das Lehrerdiplom erwarb. Kurz darauf wurde er an die damals noch von der österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft erhaltenen Volksschule in Reschitza als Lehrer ernannt. Zum Schuldirektor wurde er im Jahre 1896 befördert.

Seine Tätigkeit als Leiter der Reschitzaer Volksschule dauerte bis zu seiner im Jahre 1922 erfolgten Pensionierung. Während dieser Zeit war er viele Jahre hindurch Vorsitzender des Reschitzaer Bezirkslehrervereins, Stundengeber und Schulratsmitglied an der Bürgerschule, eine Zeit lang zu den Abschlussprüfungen ausgesandter Schulinspektor, Kassier des Roten-Kreuz-Vereines, Chormeister von mehreren Vereinen usw. Er übernahm 1897 die Leitung des gerade gegründeten „Reschitzaer Sängerbunds“ und 1918 die des Männerchors „Das eiserne Quartett“. Ab 1877 bekleidete er bis zu seinem Lebensende die Stelle eines Organisten und Chorleiters an der römisch-katholischen Kirche. Als solcher erhielt er im Jahre 1917 für seine Verdienste auf dem Gebiet der Kirchenmusik, die päpstliche Auszeichnung „Pro ecclesia et pontifice“.

Josef Tietz heiratete 1862 die Tochter Therese des Domänensekretärs Adolf Diaconovici. Sie hatten fünf Kinder: Maria (verh. Rohr), Franz, Josef, Alexander und Grete (verh. Cocora). Er starb in Reschitza am 3. April 1930.