Ehrung der gewesenen Russlanddeportierten in Reschitza

Das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen mit seinem Verein der gewesenen Russlanddeportierten und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ organisieren jährlich im Januar die Veranstaltungen zum Gedenken des Beginns der Russlanddeportation der Rumäniendeutschen in 1945 (dabei muss gesagt werden, dass nicht nur diese deportiert worden waren, sondern auch andere Deutschen aus den verschiedenen Ländern Mittel- und Osteuropas, die sich in der sowjetischen Einflusssphäre befanden).

Erste Gedenkveranstaltung in Reschitza, im großen deutschen Friedhof, am 14. Januar 1991

Bis in 1995 (sie begannen am 14. Januar 1991) fanden diese Veranstaltungen im großen deutschen Friedhof statt, bei einem Kreuz mit einer von Msgr. Paul Lackner geweihten schlichten Gedenktafel. Nach der Weihe im Oktober 1995 des der Russlanddeportation gewidmeten Denkmals im Stadtzentrum Reschitzas wurde dieses zum Mittelpunkt der Gedenkveranstaltungen.

Ein weiteres besonderes Ereignis in Reschitza war die feierliche Gedenkstunde am 22. Januar 2005, zum 60. Wiederkehrstag des Beginns der Russlanddeportation. Die Anwesenheit der drei Exzellenzen: Msgr. Martin Roos (Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar), Msgr. Eugen Schönberger (Bischof der römisch-katholischen Diözese Sathmar) und D.Dr. Christoph Klein (Bischof der Evangelischen Landeskirche A.B. Rumäniens), aber auch die des Karasch-Severiner Präfekten Dr. Gavril Soran, der vielen Vertreter der ehemaligen Russlanddeportierten aus dem ganzen Lande, der Obrigkeiten des Kreises Karasch-Severin und des Munizipiums Reschitza, der hohen Vertreter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien haben dieser Gedenkstunde einen würdigen Rahmen gegeben!

Erste Gedenkstätte in Reschitza, im großen deutschen Friedhof

Letzte Gedenkveranstaltung in Reschitza, am großen deutschen Friedhof, im 18. Januar 1995

Die erste Landesgedenkfeier der Russlanddeportation hatte aber schon im Jahre 1995, in der Zeitspanne 12. - 14. Januar stattgefunden, als sich in Kronstadt ehemalige Russlanddeportierten und ihre Vertreter aus dem ganzen Lande trafen, um sich über dieses nach dem Zweiten Weltkrieg verübte Unrecht auszusprechen, der Toten zu gedenken und ein symbolisches Mahnmal zu errichten. Eine zweite Landesgedenkveranstaltung gab es am 15. und 16. Januar 2000 in Temeswar, im „Adam Müller-Guttenbrunn“-Haus, in der Organisierung von Ignaz Bernhard Fischer und von Frau Elke Sabiel. 2010 fanden die Landesgedenkveranstaltungen zum 65. Wiederkehrtag des Beginns der Russlanddeportation in Sathmar, im Nordwesten Rumäniens, in der Zeitspanne 19. - 21. März statt.

Schon vor der Wende in Rumänien erschienen viele Schriften und Bücher im Ausland, um das Geschehen, welches in 1945 begonnen hat, zu widerspiegeln, zu dokumentieren, um darüber zu recherchieren. Erst im Dezember 1989 durfte darüber auch in Rumänien gesprochen, geforscht, geschrieben und gefilmt werden, was auch tatsächlich geschah. Einige Dutzend Bücher wiedergeben das damalige Geschehnis, was sich danach ereignete, wie sich im Laufe der Jahre im Kommunismus und danach die Situation der gewesenen Russlanddeportierten weiter bis zum heutigen Tag entwickelte.

Gedenkmesse zur Russlanddeportation anlässlich der Einweihung des Platzes, wo das Russlanddeportiertendenkmal in Reschitza errichtet werden sollte, am 14. November 1992

Gedenkmesse zur Russlanddeportation anlässlich der Einweihung des Russlanddeportiertendenkmals in Reschitza, am 14. Oktober 1995

Auch der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ hat sich die Mühe genommen und drei Veröffentlichungen unter dem Sammeltitel „Russlanddeportierte erinnern sich“ in den Jahren 1995, 1997 und 2005 druckreif gemacht. Sie wiedergeben in erster Reihe Erinnerungen ehemaliger Russlanddeportierten aus unserer Region, traumatisierende Erlebnisse, die einen lebenslang prägen. Der vierte der Russlanddeportation gewidmete Band, den unser Verein in Reschitza herausgebracht hat, erschien 2010 unter dem Titel „Denkmäler und Gedenktafeln für die ehemaligen deutschen Russlanddeportierten aus Rumänien”.

Zahlreiche Beiträge wurden im Laufe der Jahre auch in unserer Monatsschrift „Echo der Vortragsreihe“ veröffentlicht, genauso wie auch im Periodika „împreună, miteinander, egyűttesen“.

Dazu kommen zahlreiche der Russlanddeportation gewidmete Sonderbriefumschläge und Sonderstempel, die der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ seit 1995 herausgegeben hat, sowie eine CD-ROM und eine Medaille, beide anlässlich des 60. Wiederkehrstags des Beginns der Russlanddeportation.