Russlanddeportation der Rumäniendeutschen

Josef Wrattny in Russland

Friederike Geamăn (geborene Balthes) aus Siebenb√ľrgen - die 4.von links nach rechts- mit ihren Arbeitskolleginnen in Russland

1948 - Georg Irlweg.

1947 - Lager Hramzowa. Georg Irlweg-Anton Stoll

1949 - Leo Klein und Karl Petzack

Reschitzaer Männer während der Deportation in Russland

1948 - Kriwoirog

Von Jahr zu Jahr werden sie weniger, von Jahr zu Jahr gehen sie schwerer, werden buckliger und doch, wenn man von einem Teil ihrer Jugend spricht, atmen sie auf, kommen ungewollt Tränen in ihre Augen. Es geht um die noch lebenden gewesenen rumäniendeutschen Russlanddeportierten!

M√§nner zwischen 16 und 45 Jahren und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, arbeitsf√§hig, aus dem gesamten damaligen Territorium des K√∂nigreichs Rum√§nien, aus Siebenb√ľrgen, aus dem Banat, aus dem Sathmarer Land und dem Kreisch-Gefilde, aus dem Buchenland, aus Bukarest und aus der Dobrudscha, aus dem ganzen Altreich, wurden aus der Mitte der eigenen Familie und Gemeinschaft entrissen und in Viehwaggons bis weit in den Donetzk-Raum in der heutigen Ukraine oder bis in das Uralgebiet, an der Grenze zwischen Europa und Asien, zwangsdeportiert.

Nicht wenige waren diejenigen, die ihr Leben dort gelassen haben, infolge von Hunger, K√§lte, Krankheit und Ausbeutung durch Arbeit. Die letzten Deportierten kamen im Dezember 1949, gr√∂√ütenteils am Heiligen Abend / zu Weihnachten, von dem ‚ÄěWiederaufbau der Sowjetunion‚Äú, wie die Deportation offiziell hie√ü, wieder nach Hause.

Insgesamt waren es auf Rumänienebene bei 75.000 Personen, die diese Gräueltat erleben mussten, davon sind etwa 10% dort, fern der Heimat, verstorben.

Brief von Rudolf Meier (Reschitza) aus Russland

Aus dem Banater Bergland wurden etwa 10.000 Deutsche zwangsdeportiert. Das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen wurde am 9. Januar 1990 und zwei Monate sp√§ter, am 9. M√§rz, der Verein der ehemaligen Russlanddeportierten aus dem Banater Bergland gegr√ľndet.

Die Gr√ľndung des Letzteren fand im Konferenzsaal des Kulturhauses der Gewerkschaften von Reschitza statt und teilgenommen haben ehemalige Russlanddeportierten aus dem gesamten Banater Bergland, aber auch Vertreter jener, die nicht pers√∂nlich kommen konnten. Die Begegnung kam mit Hilfe der katholischen Priester zustande. Manche, die in den sowjetischen Zwangslagern jahrelang Seite an Seite gelebt hatten, sahen sich nach 40 Jahren wieder. Der Saal war bis zu seiner H√∂chstkapazit√§t von 260 Pl√§tzen besetzt. Bis zum damaligen Abend wurden 1.222 Mitglieder, die sich dem Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen angeschlossen haben, eingetragen. Neben Leon Brezina, der erste Vorsitzende, wurden noch Maria Hartmann, Adolf Protocsil und Karl Bereznyak als Mitglieder des Komitees erw√§hlt.

Brief von Rudolf Meier (Reschitza) aus Russland

Brief von Rudolf Meier (Reschitza) aus Russland

Als Leon Brezina im Jahre 1993 in die Bundesrepublik Deutschland aussiedelte, √ľbernahm Karl Bereznyak den Vorsitz des Vereins der gewesenen Russlanddeportierten aus dem Banater Bergland, Verein, der Mitglied des Landesverbands mit dem Sitz in Temeswar ist. Vorsitzender seit der Gr√ľndung dieses Landesverbands ist der Temeswarer Ignaz Bernhard Fischer. Karl Bereznyak ist Vorstandsmitglied des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen und leitet auch zurzeit den Verein der gewesenen Russlanddeportierten aus dem Banater Bergland.

Brief von Rudolf Meier (Reschitza) aus Russland

Brief von Rudolf Meier (Reschitza) aus Russland

Briefe von Hans Szeidert (Reschitza) aus Russland

Zu erw√§hnen ist noch, dass dank des Vertreters der deutschen Minderheit in der Abgeordnetenkammer des Rum√§nischen Parlaments, Abgeordneter Prof. Ingmar Brantsch (in der Zeitspanne 1990 - 1992), das Dekret 118 / 1990 auch f√ľr die gewesenen Russlanddeportierten erweitert wurde. Infolge dessen bekommen alle diese eine monatliche Zusatzrente, die auf Grund der Deportationszeit berechnet wird. Auch werden die Jahre der Deportation als Dienstjahre bei der Berechnung der rum√§nischen Rente anerkannt, wobei jedes Haft- und Internierungsjahr als ein Jahr und sechs Monate Dienstzeit z√§hlt.

Auf Basis desselben Dekrets 118 / 1990 zahlen die Deportierten keinen Lokaltransport in Reschitza und auch keine Taxen f√ľr die Verwaltung der letzten Ruhest√§tte auf den Friedh√∂fen Reschitzas.

Seitens der Bundesrepublik Deutschland bekommen die gewesenen Russlanddeportierten j√§hrlich eine symbolische finanzielle Unterst√ľtzung.

Einige statistische Daten:

Andere Briefe aus den Deportationslagern (von Andrei Fuhrmann und Johann Schiller)

Plan des Lagers in Iss, wo ein Teil unserer Landsleute während der Russlanddeportation untergebracht waren